Geschichte des Hauses Waisenstraße 5 "Stern"

Waisenstraße  5 [Haus „Zum Stern“] vorm. Waisenhausgasse No. 509 (1804), No. 503 (1824)

Direkt links neben dem ehemaligen Weinhaus „Uhu“ zur Pfaffengasse hin, lag die alte Restauration „Zum Stern“. Dieses Gebäude hat eines der ältesten Gasthäuser der Stadt beherbergt und wurde vermutlich schon ab dem 16. Jahrhundert als solches betrieben.
Das Haus wird bald nach dem Stadtbrand von 1712 wieder aufgebaut. Die Schieferbekleidung erhält die Fassade an der Waisenstraße erst um 1800. So ist der Haupteingang ein typisches Werk dieser Zeit und zeigt sich in wunderschönen klassizistischen Formen.

Im Jahre 1804 gehört das Haus dem Advokat Schulz. Im ersten Nordhäuser Stadtadressbuch von 1824 wird für das Lokal der Gastwirt Börner und 1848/58 der Schenkwirt Johann Föllmer genannt. Föllmer war zugleich auch Gehege-Schenkwirt. 1884 ist ein F. Foellmer Besitzer. In der Zeit um die Jahrhundertwende nennt sich die Gaststätte „Goldener Stern“. Noch heute sind die Schiefertafeln über dem Eingang zu einem Stern angeordnet.

Die Eigentümer bis 1903 sind nicht bekannt. der Ggastwirt Louis Otto kauft das Objekt 1903. Zehn Jahre später übernahm es der Gastwirt Karl Müller aus einer Zwangsversteigerung. Aber es bringt ihm nicht viel Glück, denn bereits am 31. April 1914  wurde der Gastwirt Otto BOHN Eigentümer, wieder durch eine Zwangsversteigerung.

Der letzte Inhaber und Gastwirt des „Sterns“, welches als Restaurant und Cafe empfohlen wird, ist Rudolf Kurb und dessen Ehefrau Auguste, geb. Hoppe. So werden die Eheleute im Sommer 1919 ins Grundbuch eingetragen nachdem das Grundstück wieder zwangsversteigert worden ist. 1927 wurde ein Nutzungswert von 1.818 Mark festgesetzt.

Nach 1946 ist in den Räumen der Kreisvorstand der NDPD tätig, später wird die Gaststätte zur Kantine der Post umgewandelt, bis man eigene, modernere Räume im 1963 erbauten Postamt beziehen kann. Das Gebäude dient heute als Wohnhaus.

 

Eigentümer

1903: Louis Otto, Gastwirt in Nordhausen

1913: Karl Müller, Gastwirt in Nordhausen, erworben durch Zuschlagsbeschlusses des Amtsgerichts nach Zwangsversteigerung vom 04.02.1913 und Verhandlung über Verteilung des Versteigerungserlöses vom 04.03.1913

1914: Otto Bohn, Gastwirt in Nordhausen, erworben durch Auflassung nach Zwangsversteigerung vom 31.03.1914.

1919: Rudolf Kurb, Gastwirt in Nordhausen und seine Ehefrau Auguste, geb. Hoppe in Nordhausen je zur Hälfte. Erwerb durch durch Auflassung nach Zwangsversteigerung vom 08.07.1919.

1947: Rudolf Kurb verstarb ohne dass die Erben im Grundbuch eingetragen wurden, dies waren seine Witwe, zwei Kinder sowie Enkel vorverstorbener Kinder.

1958: Auch beim Tod seiner Witwe 1958 werden die Erben nicht im Grundbuch eingetragen.

1992 machte Herr Lesser der Erbengemeinschaft ein notarielles Angebot, aber wegen Differenzen innerhalb der Erbengemeinschaft wurde es nicht angenommen. Die Erbengemeinschaft bestand aus 14 Erben, die in 11 deutschen Städten und Toronto sowie Luxemburg wohnten.

1996: Erst nach langen Verhandlungen erwarb die TONI IMMOBILIEN Dr. Krafft KG aus München mit Dr. Hartmut Krafft und Andreas Lesser als Komplementäre das Haus für DM 140.000 und sanierte es.

2000 Schenkung an die Friedrich-Christian-Lesser-Stiftung.