Geschichte des Hauses Käthe-Kollwitz-Straße 14

Das Haus Käthe-Kollwitz-Straße 14 wurde im Jahre 1871 im Stil der italienischen Renaissance errichtet. Im Zuge der ersten nordöstlichen Stadterweiterung der Neuzeit in den Jahren 1860/75 erfolgte auf dem damaligen so genannten „Spiegelplan“ die Konzeptionierung und planmäßige Anlage der Promenadenstraße an deren nördlichen Ende der Nordhäuser Zimmermeister und Zimmereibesitzer August Beatus sich dieses Gebäude baute. Die postalische Adresse war zunächst Promenadenstraße, erst im 20. Jahrhundert dann Käthe-Kollwitz-Straße 14.

Das konstruktive Fachwerk der Villa mit den verputzten Fassaden ist typisch für das dritte Viertel des 19. Jhrh. im Nordhäuser Villenbau. Noch herrschte zu dieser Zeit der Fachwerkbau vor, der Anschein des „Massiven“ wurde mit dem Verputzen der Konstruktionshölzer erzeugt. Ein flügelartiger West- und Nordbau umschließt einen oktogonalen Erker. Über dem vieleckigen Gebäudegrundriss erheben sich auf einem massiven Sockel zwei Geschosse und ein Mezzaningeschoss, das von einem gestalteten Gesims unter der Dachtraufe abgeschlossen wird.

Das Obergeschoss wird durch ein aufwendig gestaltetes Gurtgesims und reiche Fensterverzierungen als "Béletage" ausgewiesen. Die westliche Schaufront spiegelt in der Verwendung von Pilastern mit Kompositkapitellen und der Kontraktion der zwei mittleren Fensterachsen zu einem zentralen Baumotiv (risalitähnlich) den herrschaftlichen Anspruch der Architektur wider. Bauzeitlich hat sich an der Grundstücksgrenze entlang der Wallrothstraße der gusseisernen Zaun und ein hölzerner Gartenpavillion erhalten.

Mit diesem Gebäude hat sich in Nordhausen ein recht frühes und einzigartiges Beispiel eines repräsentativen Villenbaus erhalten, dessen Denkmalwert in der Stellung des Gebäudes als für die Erbauungszeit hervorragende und beispielhafte Villenarchitektur zu begründen ist.

Nach dem Erwerb, des zu DDR-Zeiten recht verwahrlosten Gebäudes, durch die Lesser Sanierungs GbR wurde das Gebäude 1992 umfangreich restauriert. Während dieser Bauarbeiten wurde das flache Satteldach zu einem Mansarddach ausgebaut. Die Dachhaut wurde als Reminiszens an die Gegenwart mit einer Blechbeschlagung versehen. Im Jahre 2001 brachte die Lesser Sanierungs GbR das Gebäude in das Stiftungsvermögen der Friedrich-Christian-Lesser-Stiftung ein.

 
 

Eigentümer

Joachim Karl Richard Willecke

1991: Am 11.1. von Willecke für DM 125.000 von Caroline und Andreas Lesser, München, erworben

2000: Schenkung an die Friedrich-Christian-Lesser-Stiftung.