als Poet

Friedrich Christian Lesser weist bereits im Lebenslauf auf sein Faible für die deutsche und lateinische Dichtkunst hin. Ganz im Stile der Zeit äußert sich bei ihm die Neigung, gewisse Stimmungen in poetischer Form zum Ausdruck zu bringen.

Neben einfachen, in den Text eingearbeiteten physicotheologischen Zweizeilern sind es kleinere Gedichte bis umfangreiche Oden, die er zu unterschiedlichen Anlässen verfasst. Die dabei von Friedrich Christian Lesser gewählte lyrische Ausdrucksweise entspricht dem damaligen Zeitgeschmack, auch wenn sie für uns als zu schwülstig, "barock" eben, erscheinen mag.

Eine zehnzeilige Widmung noch als Theologiestudent ist wohl seine erste Veröffentlichung überhaupt. Sie findet sich 1715 in Kindervaters „Nordhusa illustris“.

Seine künstlerischen Veröffentlichungen beschließt Friedrich Christian Lesser im Jahr 1753 mit einer 18 Strophen zählenden Ode an Christoph Mylius. Dieser unternimmt im Auftrag der Gesellschaft der Wissenschaften in Göttingen eine Forschungsreise nach Surinam.

 

"[1] Du Gehst, du eilst mein Freund! Von hinnen,
Und = Ey! Wie kühn ist dein Beginnen?
Ist denn Dein Vorsatz wohl erlaubt?
Vertraust Du Dich den falschen Wellen.
Die manch beseegelt Haus zerschellen,
Und manchem Glück und Leib beraubt,
Kanst Du die stets zu Freunden haben?
Die viele in ihr Naß vergraben.

[18] Beglückt mit Reichthum, Ruhm und Ehren,
Laß Dich der HERR zurücke kehren,
Dieß sey Dein Lohn in dieser Zeit.
Die Schätze, die der Himmel giebet
Dem, der wahrer Brunst GOTT liebet,
Die schencke Dir die Ewigkeit,
Die schencke Dir die Ewigkeit,
Wenn Du wirst in den Himmel fahren."