Biograph

Leichenpredigten waren die Hauptquellen für seine zahlreichen Lebensbeschreibungen. Friedrich Christian Lesser bezieht sich neben Biographien von Gelehrten vor allem auf Personen, die sich um seine Vaterstadt Nordhausen verdient gemacht hatten. Er schrieb z. B. über Johannes Thal [1747], Peter Boetticher [1747], Christoph Sieckel [1748], Laurentius Süsse [1749], Theodor Fabricius [1750], Ernestus Ernst [1752] sowie Apollo Wiegand [1752].

Die Lebensbeschreibung Thals ist gemessen an dessen überregionalen Bedeutung zu den übrigen biografierten Personen die wichtigste und zugleich die erste Würdigung des überaus begabten Arztes und Botanikers überhaupt.

Eine weitere Gelegenheit ergibt sich mit der Beziehung zum Adel. FCL richtet nicht nur bevorzugt seine Widmungen an thüringer Adlige, sondern beschreibt auch ihr Leben. Im „Göttinger Nachruf“ 1754 ist diese Seite Lessers so treffend formuliert worden, dass sie von Jöcher/Rotermund 1810 fast wörtlich übernommen wird: „In Erforschung der Geschichte der fürstlichen, gräflichen und adelichen Häuser in Thüringen war er unermüdet … Diese hat ihm mehr Zutritt und Achtung bey den höchsten Gönnern erworben, als leicht keiner seines Standes genossen haben mag.“.

Dieses Vorgehen eröffnet Friedrich Christian Lesser völlig neue Möglichkeiten im Hinblick auf seinen Forscher- und Sammlerdrang. Als ein Beleg dafür sei der Nordhäuser Stadtarchivar Hermann Heineck [1892] zitiert: „1752 berief ihn Fürst Johann Friedrich von Sondershausen nach seiner Residenz, zog ihn 3 Tage lang an seine fürstliche Tafel und zeigte ihm unter anderem auch die physicalischen Erfahrungen, sowohl mit dem Sonnen=Vergrößerungs=Glase, als auch mit dem geheimen Gespräch, das andere anwesende nicht hören, in dem oberen Gewölbe des fürstlichen Gartenhauses.“

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