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Band 19


Religiöse Bewegungen im Mittelalter
Festschrift für Matthias Werner zum 65. Geburtstag
Enno Bünz / Stefan Tebruck / Helmut G. Walther
ist gleichzeitig thüringisches Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie
Veröffentlichungen der hist. Kommission für Thüringen, kleine Reihe Band 24
Weimar 2007
783 Seiten
   
ISBN 978-3-412-20060-2



Inhaltsverzeichnis

Kapitel 1: Nordhausen am Ausgang des Mittelalters, Seite 010    
1.1. Nordhausen in der Reichspolitik    
1.2. Wirtschaft und Gesellschaft    
1.3. Rahmenbedingungen der innenstädtischen Politik    
1.4. Kirchliches Leben und spätmittelalterliche Frömmigkeit    
1.4.1. Kirchliche Institutionen    
1.4.2. Schwerpunkte in Frömmigkeit und kirchlichem Leben    
1.4.3. Reformbestrebungen im ausgehenden 15. Jahrhundert    
1.4.4. Spuren geistlicher Lektüre am Ausgang des Mittelalters    
1.5. Eine Reichsstadt in labilem und gefährdetem Gleichgewicht    
Kapitel 2: Die Anfänge der Reformationsbewegung: Nordhausen 1521-1524    
2.1. Nordhausen – Wittenberg – Erfurt. Ein Beziehungsnetz um 1520    
2.2. Anzeichen und Aufbrüche    
2.3. Bewegungen in der Religionspolitik des Reiches    
2.4. Das Gutachten von 1524 für den Reichsstädtetag    
2.5. Das Predigtmandat vom 26. September 1524    
Kapitel 3: Das unruhige Jahr 1525    
3.1. Ängste, Befürchtungen und Hoffnungen    
3.2. Nachbarschaftliche Entwicklungen und zwischenstädtische Verhandlungen    
3.3. Nordhausen im thüringischen Aufstand    
3.4. Ergebnisse und Folgewirkungen für die Nordhäuser Reformationsbewegung    
Kapitel 4: Der Fortgang der Reformation und seine Hindernisse    
4.1. Die religionspolitische Entwicklung im Reich    
4.2. Michael Meyenburg und seine diplomatische Tätigkeit    
4.3. Hemmnisse und langsame Fortschritte    
Kapitel 5: Der Ausbau des Kirchen- und Schulwesens    
5.1. Rahmenbedingungen    
5.2. Johann Spangenberg und seine Bedeutung für die Reformationsbewegung    
5.3. Die erste reformatorische Pfarrergeneration    
5.4. Der Neuaufbau der Schule    
5.4.1. Die Anfänge    
5.4.2. Lehrkräfte    
5.4.3. Der Unterrichtsalltag    
5.4.5. Lehrmittel    
5.5. Gottesdienst und neue Frömmigkeit    
5.5.1. Liturgie und Kirchenjahr    
5.5.2. Predigt und Bibelauslegung    
5.5.3. Erbauungsliteratur und Unterweisung    
5.5.4. Seelsorge und Beichte    
5.5.5. Katechismusunterricht    
5.5.6. Sterben und Tod    
5.6. Armenfürsorge    
Kapitel 6: Elemente der Kirchenverfassung    
Kapitel 7: Zwischen Bekenntnis und Bündnis    
7.1. Die Situation in Stadt, Kirche und Reich zwischen 1526 und 1532    
7.2. Nordhausen und der Reichstag zu Speyer 1529    
7.3. Die Stadt, das Reich und der Schmalkaldische Bund    
7.3.1. Der Reichstag zu Augsburg 1530    
7.3.2. Der Schmalkaldische Bund    
7.3.3. Der Nürnberger Anstand von 1532    
Kapitel 8: Der Ausbau der erreichten Positionen zwischen 1532 und 1539    
8.1. Stillstand der Reichspolitik    
8.2. Das Kreuzstift in Bedrängnis    
8.3. Die Affäre um Johann Ferer und ihre Folgen    
8.4. Bemühungen um Schlichtung der innerstädtischen Spannungen    
8.5. Nordhausen im Vorfeld des Konzils    
Kapitel 9: Neue Chancen und neue Bedrohungen    
9.1. Entwicklungen in der Territorial- und Reichspolitik zwischen 1539 und 1546    
9.2. Unterstützungen für die Reformationsbewegung in der Nachbarschaft    
9.3. Der Stadtbrand 1540    
9.4. Ein Erpressungsversuch und die Folgen    
9.4.1. Der Überfall auf Michael Meyenburg    
9.4.2. Die Vorgeschichte der Tat    
9.4.3. Die Einleitung des Strafverfahrens    
9.4.4. Der Ausfall der Rechtsprechung auf Reichsebene und ihre Folgen    
9.4.5. Religionspolitische Folgen eines privatrechtlichen Konflikts    
Kapitel 10: Der Zugriff auf das Reichsstift St. Crucis    
10.1. Zunehmende Polemik    
10.2. Johann Spangenbergs Auslegung des Gleichnisses vom Unkraut unter dem Weizen    
10.3. Theologische Begründungen für die Kirchenpolitik des Rates    
10.4. Das Kreuzstift zwischen Stadtrat, Reichstag und Kaiser    
10.5. Ein Stiftskanoniker als streitbarer Anwalt: Christian Heune und sein Kampf um das Stift    
Kapitel 11: Der Schmalkaldische Krieg und seine Folgen    
11.1. Der Kaiser, der Papst und das Reich im Vorfeld des Schmalkaldischen Krieges    
11.2 Das Ende des Schmalkaldischen Bundes    
11.3. Christian Heunes Klage gegen Michael Meienburg beim Reichskammergericht    
11.4. Die Kirchenpolitik des Rates im Zeichen des Interims    
Kapitel 12: Nordhausen und das Interim    
12.1. Das Interim als kaiserliches Edikt    
12.2. Zwischen Gehorsam und Verweigerung: Der Ratsbericht vom 23. Juni 1548    
12.3. Erneute Forderungen des Kaisers und des Erzbischofs von Mainz    
12.4. Innenpolitische Signale    
12.5. Der Widerstand der Geistlichen    
12.5.1. Die neue Pfarrergeneration    
12.5.2. Der Fall Jakob Ritter und Probleme mit dem Beichtgeheimnis    
12.5.3. Die Kritik Anton Othos am Interim    
Kapitel 13: Neue Herausforderungen: Belagerung Magdeburgs – Durchführung des Interim – Einladung zum Konzil    
13.1. Der Kreistag zu Jüterbog    
13.2. Der Reichstag zu Augsburg 1550/51 und seine Folgen    
13.3. Die öffentliche Kritik Anton Othos an der Politik des Rates und Meienburgs Verteidigung    
Kapitel 14: Das Ende der Reformation – Zusammenfassung und Ausblick    

Rezension Paul Lauerwald

Mathias Seidel: Das Südharzvorland von der vorrömischen Eisenzeit bis zur Völkerwanderungszeit. Zur Besiedlungsgeschichte einer Altsiedellandschaft im nördlichen Thüringen, hg. Vom Thüringischen Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie (= Weimarer Monographien zur Ur- und Frühgeschichte, Bd. 41; zugl. Schriftenreihe der Friedrich-Christian-Lesser-Stiftung, Bd. 18), Weimar 2006, 107 S., 190 Tf.

Im vorliegenden Band hat der Autor die neuesten Forschungsergebnisse zur Besiedlungsgeschichte des Südharzvorlandes zwischen der vorrömischen Eisenzeit und der Völkerwanderungszeit vorgestellt. Grundlage dieser Arbeit waren vor allem die Ausgrabungen seit den 1990er Jahren an der Trasse der Autobahn A 38, Notbergungen im Bereich der Goldenen Aue und Flurbegehungen.
In der Arbeit macht der Autor anhand der Funde und Befunde deutlich, welche Kontakte es zwischen der einheimischen Bevölkerung und der keltischen Welt des Südens gab. Sachgüter der Jasdorf-, Przworsker- und Großromstedter Kultur ermöglichen in groben Zügen die Rekonstruktion einer Entwicklung, an dessen Ende der Raum Thüringen ein Teil der germanischen Welt wurde. In einem Abschnitt wurde die bedeutende Sammlung von Funden aus dieser Zeit von Herrn Lützkendorf ausgewertet. Wie hoch diese Sammlung einzuschätzen ist, zeigt auch die Tatsache, dass Herr Lützkendorf 2007 mit dem Denkmalpreis ausgezeichnet wurde.
Nachdem der Autor den Naturraum und die Verkehrsgeographie des Südharzgebietes beschrieben hat, geht er anschließend auf die Forschungsgeschichte und die Möglichkeit und Grenzen der archäologischen Prospektion ein und beschreibt die topographische Lage der einzelnen Siedlungen sowie die Archäologischen Zeugnisse der Przeworsker Kultur.
Im Abschnitt »Die Funde« werden aus der jüngeren vorrömischen Eisenzeit und Römischen Kaiserzeit die Trachtenbestandteile, Fibeln, Gürtelteile, Armringe, Glasperlen, Geräte wie Pinzetten, Ahlen, Silices, Wetzsteine und Keramik, aber auch Fossilien, Schuhleistenkeile und Steinbeile, Bronzegefäße, Glasgefäße, Militaria, Spielgeräte und die römische Importware im Südharzgebiet beschrieben. Eine Zusammenfassung erleichtert dem Leser dann die Einordnung der Funde im o.g. Territorium. Im Katalogteil werden alle bisher gemachten und bekannten Funde aus den Ortschaften in alphabetischer Reihenfolge vorgestellt. Im Tafelteil hat der Autor die wichtigsten Funde zeichnerisch dargestellt. Zahlreiche Abbildungen und ein umfangreiches Literaturverzeichnis runden das Bild dieser gelungenen Arbeit ab, und damit bildet die vorgelegt Publikation für Historiker und Bodendenkmalpfleger gleichermaßen eine ausgezeichnete Grundlage für weitere Forschungen.