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ausführlicher Lebenslauf

(bearbeitet von Andreas Lesser, München. Dieser Text wird kontinuierlich ergänzt. Anmerkungen bitte an die Stiftung)

 

Ursprünglich wollte Friedrich Christian Medizin studieren. Durch den väterlichen Freund Hermann August FRANCKE in Halle beeinflußt, kam er doch wie sein Vater zur Theologie und finanzierte sein Studium zum Teil durch Musikunterricht. Seine schriftstellerischen Leistungen auf verschiedensten Gebieten weisen ihn als typischen Polyhistor aus. Die vielen Facetten eines solchen Mannes, kann er selber am besten beschreiben. Hierzu wurde sein lateinischer Lebenslauf für die 1735 erfolgte Aufnahme in die Leopoldina, die Akademie der Naturforscher in Halle, übersetzt:

"Im Namen Jesu, Ich, Friedrich Christian LESSER, bin im Jahr nach der Geburt des Erlösers 1692 am vierten Tag der Iden des Mai [12. Mai], zur zehnten Vormittagsstunde, glücklich in diese lebenserhaltenden Lüfte geboren worden, und zwar in der berühmten freien Stadt des Heiligen Römischen Reiches Nordhausen, nahe der Schluchten des Harzes gelegen und geadelt durch ihr Alter. Es ist gewiß nicht der geringste Teil eines glücklichen Geschickes, in eine ehrenwerte Familie hineingeboren zu werden und seine Abstammung auf Eltern von ansehnlicher Rechtschaffenheit und unbescholtenem Ruf zurückzuführen: Ich habe allen Grund, Gott den Besten und Größten mit höchstem Lobe zu preisen, der mich auch mit dieser Gnade des Geschickes beglückt hat.

Mein bester Vater, dessen geheiligte Asche ich noch in der Urne verehre, war Herr Philipp Jacob LESSER, Diakon an Nordhausens ranghöchstem Gotteshaus, Ältester der hochwürdigen Geistlichkeit und Leiter des Waisenhauses, dessen unbescholtenes Leben, rechtmäßige Lehre und glänzende Geistesgaben alle seine geneigten Hörer auch nach seinem Tode noch mit höchstem Lobe preisen.

Meine geliebte Mutter, die mit den Seeligen im Himmel die höchste Glückseligkeit genießt, war Emilia Sophia aus der Familie ROTHMALER, eine wohlangesehene Frau von keuschem Geist und ehrenhafter Gesittung. Die sorgfältige und getreuliche Erziehung, die sie beide mir angedeihen ließen, möge Gott, der höchste Wohltäter, ihnen gütigst im anderen Leben vergelten.

Mein Großvater väterlicherseits war Johann LESSER, der Bannerträger der Stadt Nordhausen zu Zeiten jenes verderblichen Krieges, welcher dreißig Jahre lang ganz Deutschland mit seiner Gewaltherrschaft bedrückte, und ein Bürger von bestem Ruf und höchster Treue. Meine Großmutter väterlicherseits war Maria, eheliche Tochter des Blasius ROCKENFUSS, Bürgers zu Mühlhausen. Mein Großvater mütterlicherseits war Herr Magister Johann Elias ROTHMALER, der zunächst das ehrwürdige Amt eines Hofpredigers und eines Archidiakons in der Stadt Rudolstadt, danach das eines Inspektors in der Stadt Walterhausen im Herzogtum Gotha bekleidete. Meine Großmutter mütterlicherseits war Clara Maria, Tochter des Herrn Johann MAIOR, Doktors der heiligen Theologie, und hochberühmten Professors derselben an der Universität Jena.

Wiewohl also mit meiner natürlichen Herkunft alles dermaßen wohl bestellt war, wußten meine besten Eltern nur zu gut, daß es sich mit der geistigen Nachkommenschaft anders verhielt, und daß ich, da ich mit dem unreinen Makel der Erbsünde befleckt war, des heilbringenden Wassers der heiligen Taufe bedurfte, auf daß ich durch dieses vom adamitischen Unrat reingewaschen würde. Daher sorgten sie dafür, daß ich am 17. Tag der Kalenden des Juni [16. Mai 1692] zu dieser gebracht wurde; als Paten für diese heilige Handlung hatten sie ausersehen:

(1) die erhabenste und höchst ehrwürdige Herrin Eleonora Sophia, Gräfin von SCHWARZBURG und HOHNSTEIN, Fürstin von Arnstadt, Sondershausen, Leutenberg, Lohra und Klettenberg, sowie Dekanissin der Kaiserlich Freien und Weltlichen Diözese von Quedlinburg [(1650-1718) Tochter von Graf Anton Günther I v. SCHWARZBURG-ARNSTADT (1620-1666)]; deren Stelle vertrat auf ihr gütigstes Geheiß die höchst ehrenwerte Frau Dorothea [=seine Großtante (1636-....)], Herrn Johann ROTHMELERS, Doktors der Hl. Theologie, des erhabensten Grafen von Schwarzburg Generalsuperintendenten und Hofpredigers zu Rudolstadt Tochter, und Magister Johann SCHULTHEISSENS [(1635-1714)], Pfarrers zu Heringen Gemahlin.

(2) den Herrn Johann Friedrich LESSER [sein Onkel (1660-1719)], zuerst des Kurfürsten von Brandenburg Friedrich Wilhelm (1620-1688), sodann zweier preußischer Könige, Friedrichs und Friedrich Wilhelms, Generalsekretär der Finanzen zu Berlin, auf dessen Bitten dieses heiligen Amtes Herr Konrad FROMANN waltete, Dr. der Medizin und Konsul sowie Physicus des Gemeinwesens von Nordhausen {FROMANN war von 1666 bis 1706 Bürgermeister in Nordhausen, LESSER 1740, S. 335; seine Schriften siehe Kuhlbrodt, 1998, 1999}.

(3) Herrn Christian Ernst SCHMID, Seiner Kaiserl. Majestät Münzkommissar und Kurierpostmeister."

SCHMID war wohl der erste Postmeisters Nordhausens, als er am 2. Dezember 1696 das Bürgerrecht in Nordhausen erwarb {Lauerwald S. 59f.}.

"Da meine besten Eltern wohl wußten, daß der Mensch, wofern er die rechte Bildung erhielte, das göttlichste und mildeste Lebewesen zu werden pflegte, wenn man ihm diese aber vorenthielte, oder ihn nicht in ausreichendem Maß unterrichtete, die wildeste aller Bestien würde, welche die Erde hervorbringt; aus diesem Grunde waren sie selbst bestrebt, mich von Kindheit an mit heilsamen Ermahnungen und gutem Beispiel in lebendiger Kenntnis unseres Herrn Jesus Christus und seiner heiligen Nachfolge zu erziehen. Und was in dieser Beziehung das heilige Amt des besten Vaters, und die häuslichen Pflichten der frommen Mutter zuweilen nicht zuließen, das versuchten sie mit Hilfe getreuer Hauslehrer zu bewirken. Auch schickten sie mich schon in zartem Knabenalter in die Schule Herrn Johann Nikolaus HETSCHELs, des Küsters am Gotteshaus von Sankt Blasii, wo ich die ersten Anfänge des Lesens und Schreibens und Sprüche aus der Heiligen Schrift lernte."

Auf einer Reise nach Rudolstadt zu den Großeltern soll Friedrich Christian von einer Kutsche überfahren worden sein {Heineck, S. 7}. Sein Großvater Johann Elias ROTHMALER wurde aber schon 1685 von Rudolstadt nach Freiberg in Sachsen als Inspektor berufen und nach dem Tode des sächsischen Kurfürsten Johann Georg III. (1647-1691) von Graf Christoph Ludwig v. SCHWARZBURG (....-....) (bei Degener und Schwennicke nicht zu finden) nach Hermannsacker (östlich von Nordhausen) geschickt und auf dieser Reise starb er am 26. August 1694 und wurde am 29. in Hermannsacker begraben. Friedrich Christians Großmut-ter war ROTHMALER's erste Frau, seine zweite Frau starb am 6. März 1698 in Rudolstadt und nur die konnte er besucht haben, denn die Großeltern väterlicherseits lebten in Nordhausen.

Der Kirchner an Blasii war Andreas (nicht Johann) Nikolaus HETSCHEL (?-1723). Er predigte während der Pestzeit 1681/82 an der Frauenberg-Kirche, eine Pfarrstelle wurde ihm aber verwehrt. Die Kirchner von Blasii waren gleichzeitig Lehrer an der Bürgerschule, wie dies bei den meisten Kirchnern in Nordhausen der Fall war {Leopold S. 203ff.}.

"Nachdem ich nun im Laufe der Jahre heranwuchs und eingehenderer Unterweisung bedurfte, wurde ich ihrem Wunsche entsprechend Schüler der Ratsschule, wo ich in der fünften Klasse bei Herrn Johann Nikolaus LAXNER [Lehrer 1690-1723] die Ergötzlichkeiten des Katechismus lernte; in der vierten Klasse erlernte ich bei Herrn Kaspar DETSCHEL [Lehrer ab 1667-1726] die Anfangsgründe des Donat [= lat. Grammatik]; in der dritten Klasse bei Herrn [Johann] HENRICH [Lehrer seit 1683, starb 1706] die Lehren der lateinischen Grammatik; ferner bei Herrn Kantor Christian DEMEL (....-1711) die Regeln der griechischen Sprache, die Reize der deutschen und lateinischen Dichtung, sowie die süße Musik; in der zweiten Klasse zuerst bei Herrn Konrektor Johann Christian BUHLENIUS (1653-1706), und nach dessen Tod bei Herrn [Johann] Christian WEBER (1670-1744) die Auslegung der lateinischen und griechischen Klassiker, und zwar sowohl der in Prosa geschriebenen, als auch der in gebundener Sprache verfaßten Werke, sowie ferner rhetorischen Ausdruck. In der ersten Klasse schließlich lernte ich bei Herrn Magister Konrad DUNKELBERG (1640-1708) dessen seeligem Hinscheiden bei Herrn Johann Joachim MEIER (....-1736) in öffentlicher Vorlesung die Grundlagen des Hebräischen und die Lehren der Logik, in nichtöffentlichem Unterricht aber Geschichte, Geographie und Chronologie, und ganz privat die französische Sprache; außerdem bei dem höchst ehrwürdigen Herrn Johann Nikolaus ROHRMANN (1659-1716), dem ersten Pfarrer an St. Nikolai, und Magister Johann Heinrich KINDERVATER (1675-1726), Pfarrer an St. Blasien, die Anfangsgründe der Theologie. Ihrer aller Unterricht, den sie mir getreulich erteilten, zolle ich dankbare Anerkennung, und werde ihn stets mit höchstem Lobe preisen."

Neben der Schule in Nordhausen erhielt Friedrich Christian Privatunterricht durch den Kandidaten Dietrich Gerhard GROSSHEIM, der ab 1683 als Quartus unterrichtete, d.h. er war Lehrer der fünften Klasse, und 1690 Pfarrer in Appenrode wurde. Ein weiterer Lehrer war der Kirchner an S.Blasii, Andreas Nikolaus HETSCHEL. 1707 bis 1708 bekam Friedrich Christian zusätzlich Privatunterricht durch den Quartus Johann Christoph LUDWIG (1685-1751) und später durch den Rektor Johann Joachim MEIER.

Sein Vater ließ seine Kinder aber auch durch weitere Privatlehrer unterrichten {Heineck S. 7; Leopold S. 76, 257}.

In seiner Jugend wurde er von dem geschickten Nordhäuser Maler Johann Georg HOYER im Zeichnen unterrichtet und später auch im Malen mit Wasser- und Ölfarben. Friedrich Christian verweist auf diesen Lehrer beim Streit mit Georg Wilhelm KIRCHMAIER in Wittenberg. Dieser hatte ihm in seiner Luther-Biographie vorgeworfen, Friedrich Christian hätte in seinem Buch über Besondere Münzen auf S. 451 am Gesicht LUTHERs etwas auszusetzen gehabt {Lesser F.C. 1751, S. 237}.

"Ich war also in den freien Künsten, die man auf der Schule zu behandeln pflegt, wohl unterwiesen, als ich schließlich nach Meinung des innig geliebten Vaters und der Herren Lehrer für würdig erachtet wurde, meinen Sinn nun auf die höheren Studien zu richten, die auf den Universitäten getrieben werden. Zu diesem Zweck wurde ich im Jahre 1712 auf die Hohe Schule zu Halle im Hermundurerland [die dortige, angebliche Urbevölkerung; lt. Vogel S. 17f.] geschickt, versehen mit einem Empfehlungsschreiben meines Herrn Vaters an den höchst ehrwürdigen Herrn August Hermann FRANCKE, den treuesten Freund des Vaters, welcher mich nicht nur freundlich aufnahm, sondern mich auch stets mit einer geradezu väterlichen Liebe förderte. Hier also wurde ich unter dem erhabenen Rektor Herrn Johann Samuel STRYCKIUS, nachdem ich Treue und Gehorsam gelobt hatte, in die Zahl der akademischen Bürger aufgenommen; ich hörte dort dogmatische Theologie bei dem höchst ehrwürdigen Abt Dr. Justus Joachim BREITHAUPT, hermeneutische und Pastoraltheologie bei Herrn August Hermann FRANCKE, Exegetik bei Dr. Paul ANTON, Hebräisch sowohl bei Dr. Johann HENRICH als auch bei Herrn Christian Benedikt MICHAELIS, Ästetik bei Dr. Joachim LANGE; Philosophie hingegen hörte ich bei Dr. Johann Gottlieb HEINECCIUS, Physik bei Dr. Johann Christoph ECKEBRECHT, und römische Beredtsamkeit bei Magister Michael HEMPEL, dem Inspektor der Lateinschule des Waisenhauses; auch Bibelkollegien und Betstunden versäumte ich nicht. So machte ich bei meinen Studien gute Fortschritte, und erfreute mich, nachdem ich den Kampf mit der ersten Buße erfolgreich bestan den hatte, durch den Glauben an Christus, den geliebtesten Erlöser, der angenehmsten geistigen Ruhe."

Die Universität Halle war 1694 durch den brandenburgischen Kurfürst Friedrich III. gegründet worden. Als Ergebnis des 30-jährigen Krieges hatte Brandenburg Vorpommern an Schweden abgetreten und dafür das Herzogtum Magdeburg bekommen, in dem Halle liegt. Der Pietist Philipp Jacob SPENER (1635-1705) berief FRANCKE 1690 als Pfarrer nach Halle. FRANCKE wurde nach der Gründung der Universität Leiter der theologischen Fakultät. Der einzige Rechtsgelehrte der Universität Christian THOMSIUS (1655-1728) war von Leipzig vertrieben worden, weil er es gewagt hatte, Vorlesungen auf Deutsch zu halten. Franckes Ziel war eine der Toleranz verpflichtete Universität. Nach dem Übertritt der Hohenzollern 1613 zum reformierten Glauben und der durch die 1618 erfolgte Übernahme der ebenfalls dem reformierten Glauben angehörenden Herzogtümer Mark, Kleve und Ravensberg sollten auch reformierte Landeskinder studieren können, hierzu waren die orthodoxen Universitäten Frankfurt/Oder und Wittenberg nicht geeignet und so entstand die Universität Halle.

"Doch wehe! wie wurde ich durch jene schreckliche Feuersbrunst, die im Jahr 1712 am 12. Tag der Kalenden des September [21. Aug.] durch die rächende Hand des gerechten Gottes dem sündigen Nordhausen auferlegt wurde, und in der fast der gesamte väterliche Hausrat und sein Vermögen in den erbarmungslosen Flammen zugrunde ging, doch schrecklich aus dieser Ruhe gerissen [das Diakonatshaus in Nordhausen brannte bei diesem letzten großen Stadtbrand ab]. Da ich, bei diesem erbärmlichen Stand der Dinge, bei der Fortsetzung meiner Studien auf Unterstützung durch die besten Eltern weder hoffen, noch gar diese einfordern konnte, schien nach menschlichem Ermessen über den weiteren Fortgang meiner Studien das letzte Wort gesprochen. Daher erflehte ich mit vielen Tränen und Bitten in kindlicher Zuversicht die väterliche Hilfe Gottes. Und siehe! das allwissende Auge seiner Vorsehung versah mich mit Unterstüt-zung, wo ich keine mehr erblickte, und bot sie mir sozusagen "aus heiterem Himmel" dar. Als ich nämlich nach Leipzig reiste, jener weitberühmten Stätte der freien Künste und des Handels, teils, um den Zustand ihrer Universität und die bemerkenswerten Sehenswürdigkeiten der Stadt mit wachen Augen zu betrachten, teils, um den durch Angst und Sorgen [Blatt 7] niedergeschlagenen Geist zu zerstreuen, geschah es zufällig, daß ein Freund mich wissen ließ, daß im Leipziger Konvikt am TRILLER'schen Freitisch ein Platz frei wäre. Und derselbe Freund veranlaßte mich, mir alle Mühe zu geben, dieses Freiplatzes teilhaftig zu werden."

Der letzte große Stadtbrand 1712 wird von Rektor MEIER in Tabeere Nordhusana beschrieben.

Der TRILLER'schen Freitisches war von Kaspar TRILLER d.J. gestiftet worden. Dieser hatte der Stadt Sangerhausen 3.600 fl. geschenkt und die Zinsen für wohltätige Zwecke bestimmt. Weitere 5.900 fl. gab er an die kursächsische Landesregierung, diese mußte die Zinsen von 330 Gulden für einen Freitisch für zwölf Studenten sowie für Wohnungen für sechs Studenten verwenden (Nähere siehe Koch).

Wie das Anrecht Friedrich Christians auf den TRILLER' schen Freitisch entstanden ist, d.h. von welchem Vorfahren dieses Recht herrührte, ist offen. Sein Großvater mütterlicherseits war Johann Elias ROTHMAHLER, der in zweiter Ehe mit Catharina Elisabeth SCHELLER (1645 Saalfeld-6.3.1698 Rudolstadt) verheiratet war. Caspar Ernst TRILLER war 1695 Rektor der Klosterschule Ilfeld, die nur 14km nördlich von Nordhausen liegt. Über diesen TRIL-LER könnte eine Beziehung entstanden sein {Leuckfeld Ilfeld S. 205}.

Johann Heinrich Theodor SCHELLER (1779-1858) war als Sohn eines Rotgerbermeisters in Rudolstadt geboren und war in den Jahren 1833-1850 Leiter der Kammer in Rudolstadt {Heß S. 184, noch nicht im Lit.Register}.

Catharina Elisabeth SCHELLER hatte am 16. August 1664 in Greiz {KB} den Kaufmann und Ratsherrn in Greiz, Johann REINHOLD, geheiratet, der 1670 gestorben war. Jener könnte mit der zweiten Ehefrau des Kaspar TRYLLER d.Ä. verwandt gewesen sein, die eine geborene REINHOLD war {Koch Tafel VI}. Eine weitere Verbindung zur Familie TRILLER könnte über Nicolaus TRILLER bestehen, der in erster Ehe 1631 Dorothea, eine Tochter des Gastwirts David REINHOLD, geheiratet hatte {Koch Tafel IV}.

"Tatsächlich hatte ich schon im Jahr 1711 am Fünften der Kalenden des Juni [28. Mai] zu Saalfeld von Herrn Johann Georg TRILLER, der seinerzeit die Freiplätze jenes Tisches zu vergeben hatte, ein Diplom erhalten, welches mir das Recht verlieh, in den Genuß dieses Freitisches zu gelangen. Nun ging ich also zu Dr. August Quirin RIVINUS, damals Verwalter der Freitische, wies meinen Berechtigungsschein vor, setzte ihm in lateinischer Sprache die Schwierigkeiten, in denen meine Eltern und ich uns befanden, auseinander und appellierte eindringlich an seine Menschlichkeit, daß er so freundlich sein wolle, mir Unglücklichem zur Hilfe zu kommen und mir den Zugang zum TRILLER'schen Freitisch zu er öffnen. Durch meine Bitten wurde das mitleidige Gemüt des Mannes bewogen, mir gütigst einen Platz an diesem Freitisch zuzuweisen.

Da ich bei dieser Gelegenheit die vorausschauende Fürsorge des getreulichsten Gottes tatsächlich er fahren hatte, wurde mein Geist von ungeheuerer Freude wieder aufgerichtet, und feierte dieselbe in dankbarer Zuneigung mit höchstem Lob. Ich kehrte also nach Halle zurück und wurde, nachdem ich die Angelegenheit den Herren Professoren eröffnet hatte, von denselben, versehen mit einem Empfehlungsschreiben von Herrn FRANCKE, in gutem Einvernehmen entlassen, wobei ich versprach, ich würde, wenn es Gottes Wille sei, später nach Halle zurückkehren. In Leipzig angekommen, verpflichtete ich mich am Fünften der Nonen des Oktober [3. Okt.] unter dem damaligen Rektor der Hochschule, Herrn Ulrich JUNIUS, durch die Ablegung des Versprechens auf Gehorsam, Sorgfalt und Frömmigkeit der Universität Leipzig, und wurde in die Zahl ihrer Bürger [Blatt 8] eingeschrieben {lt. Matrikel "prom.S 1712 M 127"}. Hier aber setzte ich die in Halle begonnenen Studien fort: In dogmatischer Theologie hörte ich Dr. Gottfried OLEARIUS, in Moraltheologie Dr. Johann Gottlob PFEIFFER, in Exegetik Dr. Johann Friedrich BOERNER, in Kontroverstheologie Dr. Johann GUNTHER, in Hebräisch Magister Christian DEUTSCHMANN, in Philosophie Dr. August MÜLLER, in Physik Dr. Andreas RUDIGER. Als mich schließlich ein Ratschlag Herrn Professor FRANCKEs wiederum nach Halle abrief, kehrte ich im Jahre 1714 zurück und wurde am Vierten der Nonen des Juni [2. Juni] von Dr. Paul ANTON, dem damaligen Prorektor, umsonst von neuem in die akademischer Bürgerschaft aufgenommen. Hier oblag ich wiederum fleißig den Studien; allein Anfälle von dreitägigem Fieber unterbrachen sie, und als mich dieses Übel viele Wochen hindurch quälte und aller Kraft der Medikamente widerstand, erhielt ich von Dr. ECKEBRECHT den Rat, mich einer Luftveränderung von einigen Meilen Entfernung zu unterziehen.

Nachdem ich mich mit Herrn Professor FRANCKE besprochen und dessen Zustimmung erhalten hatte, machte ich mich auf den Weg nach Berlin, jener königlichen Hauptstadt, und wurde dort durch die Gnade Gottes, die stets gesegnet sei, von diesem inneren Leiden des Körpers befreit. In Berlin genoß ich für ein halbes Jahr bei des Vaters Herrn Bruder, dem oben erwähnten [kgl.-preuß. Generalfinanzkassensekretär] Johann Friedrich LESSER, freie Kost und Logis: ebenda machte ich durch den engeren Umgang mit Magister Daniel BANDER (richtig BANDOW), dem Pfarrer von Sankt Marien, und Magister [] SCHMID [], Pfarrer im Heilig-Geist-Hospiz, Fortschritte in der Theologie, und erweiterte bei Dr. Adolf Friedrich GERRESHEIM, dem königlichen Leibarzt, meine Kenntnisse in Physik. Hinzu kam praktische Übung, die durch verschiedene dort gehaltene Gottesdienste gemehrt wurde. Als mir aufgrund der Empfehlung meiner Gönner sowohl zum Physiotameum, als auch zur königlichen Bibliothek der Zugang gewährt wurde, da sammelte ich in jenem durch eigene Anschauung genaue Kenntnis der bemerkenswerten Naturalien, in dieser hingegen durch umfängliche Exzerpte aus selteneren Büchern [Blatt 9] und unveröffentlichten Schriften einen größeren wissenschaftlichen Apparat zum künftigen Gebrauch.

Gerne wäre ich auf längere Zeit hier geblieben, hätte dem nicht eine Anweisung meines lieben Vaters entgegengestanden, der des öfteren unter den schrecklichen Qualen der Gicht zu leiden hatte, und daher ernstlich wünschte, daß ich nach Hause zurückkehrte, um ihn bei den öffentlichen Predigen zu entlasten. Also ging ich [1715] zurück in die Heimat, um dem Willen des Vaters zu entsprechen. Ich hatte aber kaum die Schwelle des Vaterhauses überschritten, als ein Edelmann, Herr Lewin Heinrich von ARNSTEDT [ggf. der Heinrich v. ARNSTEDT, bei dem sein Vater Privatlehrer gewesen war], Erbsasse zu Großwerter und Hauptmann des Kurfürsten von Brandenburg, nach mir verlangte, da ich die Kinder des Edelmannes Herrn Karl Heinrich von GROSSEN, Erbsassen zu Altenhayn {Heineck S. 11 schreibt Kinderode, das sich wiederum südwestlich von Nordhausen bei Wipperdorf befindet} und seinerzeit Obristen des Königs von Polen und des Kurfürsten von Sachsen, inzwischen aber Generalpräfekt der Wachen, unterrichten und erziehen sollte (sein Vater war Hauslehrer bei Heinrich v. ARNSTADT gewesen und war mit dessen Söhnen auf der Universität Erfurt gewesen). Weil jener Ort nicht weit von Nordhausen entfernt lag, und ich von dort leicht zu meinem Vater kommen und ihn beim Predigen entlasten konnte, trat ich diese Stelle mit Gott an, und lernte dort, indem ich lehrte.

Es geschah aber danach im Jahr 1716, daß die Pfarre zum Berg unserer Lieben Frau in Nordhausen, nachdem Herr Pfarrer Johann Balthasar REINHARD (1673-1741) von dort auf die ranghöchste Pfarrstelle an St. Nikolai berufen worden war, unbesetzt war. Ich wurde auf diese Stelle zugleich mit zwei Geistlichen der Nordhausener Kirche vom erlauchten Rat von Nordhausen präsentiert und nach freier Wahl von der Mehrheit der Stimmberechtigten am Siebten der Kalenden des Dezember [25. Nov.] berufen. Nach der Berufung wurde ich am Dritten der Iden des Dezember [11. Dez.] nach apostolichem Ritus durch Gebete und Handauflegung in der Kirche St. Nikolai von der gesamten Nordhäuser Geistlichkeit ordiniert; nach erfolgter Ordination wurde ich an den Iden des Dezember [13. Dez.], dem dritten Sonntag im Advent, durch den Herrn Amtsvorgänger ins Amt eingeführt."

Friedrich Christian soll bereits am 7. September 1716 zum Pfarrer ordiniert worden sein {Sieckel S. 95}. Andererseits starb der Pastor primarius an S.Nicolai Johann Nicolaus ROHRMANN (1659-1716) erst am 8. September 1716 und dessen Stelle übernahm der Pfarrer an Frauenberg, Johann Balthasar REINHARDT {Heineck S. 12}. Nach Siekel würde die Ordination bereits vor der Wahl erfolgt sein, während Friedrich Christian schrieb, dies wäre erst nach erfolgreicher Wahl geschehen, was auch die übliche Abfolge wäre. Interessant ist es, daß er sich bei dieser Wahl als Anfänger gegen zwei Konkurrenten durchsetzen konnte, die bereits als Pfarrer tätig sind. Obwohl es sich bei Frauenberg um eine Vorstadt-Gemeinde handelt, müssen wohl die Einkünfte des dortigen Pfarrers so interessant gewesen sein, daß sich bisherige Pfarrstelleninhaber um diese Stelle beworben haben.

Bei der Frauenberg-Kirche handelt es sich um eine ursprünglich romanische Kirche, die aber mehrmals umgebaut wurde und von der heute wegen der durch den Bombenangriff im April verursachten Schäden nur noch die Apsis und das Querschiff sowie das Portal vorhanden sind. Mit Hilfe der Stadt Nordhausen und der Friedrich Christian Lesser Siftung konnte 2002/2003 das zerstörte Längsschiff durch eine moderne Stahlkonstruktion ersetzt werden {weitere Angaben zur Kirche siehe Schmidt S. 110-125}.

1714 erhielt sein Vorgänger REINHARDT als Deputat vom Frauenbergkloster 12 Scheffel Weizen und 40 Scheffel Roggen. Die angegebenen Maßeinheiten wurden mit 1 Marktscheffel = 12 Scheffel = 48 Viertel umgerechnet {Rechnung 1714}. Ein alter Dresdner Scheffel hatte 103,829 l und zwölf Scheffel ergaben einen Malter bzw. einen halben Wispel.

"Das Amt, das nun auf meinen Schultern ruhte, brachte aber täglich derart viele und große Sorgen und Mühen mit sich, daß ich bald gewahr wurde, daß meine Kräfte nicht hinreichten, auf mich allein gestellt sowohl meinen Amtspflichten zu genügen als auch die häuslichen Dinge [Blatt 10] zu besorgen. Daher wandte ich mich im Gebet an Gott, besprach meine Absicht auch mit den Eltern, und ging, nachdem ich deren Zustimmung erhalten hatte, mit einer Jungfrau die Ehe ein, die sich durch einen heiligmäßigen Geist, ehrenhafte Gesittung und die Schönheit ihres Antlitzes auszeichnete: Johanna Maria, des Herrn Adam WOLFRAM, Kaufmannes zu Nordhausen, hinterlassene drittgeborene Tochter, mit der ich am 16. der Kalenden des Dezember im Jahr 1717 [16. Nov.] mit priesterlichem Segen die Hochzeite."

Seine Frau war am 28. August 1692 in Nordhausen geboren und drei Tage später in der Frauenbergkirche getauft worden. Ihre Paten waren Andreas LERCHE, die Ehefrau von Johann Günther RIEMANN (=Friedrich Christians zweite Schwiegermutter Johanna Elisabeth, geb. OLEARIUS (err.1671-1743)) sowie Frau Franziska WACHSMUTH {KB}. Johanna Marias Vater war am 26. März 1656 in Großfurra südlich von Nordhausen getauft worden, dessen Familie läßt sich dort über sieben Generationen bis zum 1488 als Zeuge genannten Curd WOLFRAM zurückverfolgen. 1678 war ihr Vater Adam WOLFRAM als Kramdiener Pate an Jacobi. Laut dem Türkensteuerregister vom 4. April 1688 zahlte er 3/22/4/- Türkensteuer in Nordhausen, von den 35 Pflichtigen auf S. 5 des Registers werden nur 2 außer ihm als "Herr" bezeichnet {Türkensteuer}. Er starb aber bereits am 26. September 1699 in Nordhausen als Kramer und wurde am 30. begraben {KB Nicolai}.

Adam WOLFRAM hatte am 14. September 1680 in Blasii Maria Elisabeth STANGE (1663-1739) geheiratet. Deren Vorfahren lassen sich bis zu Jonas STANGE genannt POMMER zurückführen, der 1559 Besitzer des Hauses Nr. 116 in der Bäckergasse war {Erbbuch}.

Ihre anderen Vorfahren stammten aus den Nordhäuser Bürgermeisterfamilien ERNST, NEUSCHILD, OFFENEY, PAULON, PFEIFFER, THOMAS sowie aus Bürgermeisterfamilien benachbarter Orte wie CLAUSIEN (Frankenhausen), OFFENEY (Heringen, Kelbra), sowie dem die Reformation unterstützenden Ratsapotheker Basilius MICHEL (....-1560) und dem Ilfelder Rektor Michael NEANDER (1525-1595). Ihren vornehmen Vorfahren entsprechend waren die Paten bei ihrer Taufe am 16. März 1663:

Bürgermeister Johann WETTENSEH, Maria Euphrosyna geb. WILDE (1628-1664), die Ehefrau des kaiserlichen Pfalzgrafen und Kanzler des stolbergischen Grafen in Nordhausen, Dr. Johann TITIUS (1615-1678), sowie Catharina Maria geb. SCHELLER (err.1639-1670), die Ehefrau von Johann Zacharias MICHAEL (1634-1672).

Maria Elisabeth STANGE wurde am 24. November 1739 begraben {KB Blasii}.

Friedrich Christians Vater Philipp Jacob, Diakon an Blasii in Nordhausen, verstarb am 2. April 1724 und seine Mutter Aemilia Sophie am 14. Februar 1728. Da im folgenden Jahr auch noch seine Frau am 10. Juni starb und am 15. im Chor vor dem Pult begraben wurde {KB Frauenberg}, soll dies seine Erkrankung an Hypochondrie verursacht haben {Heineck S. 12}.

"Mit ihr (=seiner Frau) lebte ich auf das Angenehmste zusammen, bis Gott, der Allmächtige, sie, meine Augenweide, durch einen gesegneten Tod im Jahr 1729 am Fünften der Iden des Juli [11. Juli] ins Jenseits abberief und mich, der treuesten Gefährtin des ehelichen Bettes und aller häuslichen Angelegenheiten nicht ohne ungeheueren Seelenschmerz beraubt, im Witwerstande hinterließ. Aus unserer ehelichen Vereinigung habe ich vier Kinder empfangen."

Johanna Maria LESSER, geb. WOLFFRAM, wurde am 15. Juli begraben {KB Ndh./Fra.}.

"(1) Johann Philipp Friedrich, der im Jahr 1718 am 13. der Kalenden des Oktober [1718 Sept. 19] geboren wurde und emsig den Wissenschaften, die man die humanistischen nennt, obliegt."

Johann Philipp Friedrichs Paten waren sein Großvater Philipp Jacob LESSER, der schwarzburgische Forstmeister zu Keula Johann Heinrich WEDEKIND sowie die Großmutter Maria Elisabeth WOLFRAM. Er wurde am 6. Mai 1738 an der Universität Leipzig immatrikuliert {Matrikel} und am 4. Juli 1741 in Göttingen {Matrikel}. Die gerade erst im Vorjahr eingeweihte Göttinger Universität ist durch die dynastische Verbindung zwischen England und Hannover gefördert worden und sollte die absterbende Universität Helmstedt ersetzen. Während in Halle der Pietismus wirkte, Leipzig noch einen altmodischen philosophisch-theologische Grundlage vertrat, war Göttingen eine Universität des Fortschritts mit den neuen Fächern Staatswissenschaft, politische Ökonomie und Geschichte.

Am 30. Juli 1742 wurde Johann Philipp zum Diakon an S. Blasii in Nordhausen berufen {Siekel S. 119}, dieses Amt hatte auch schon sein Großvater Philipp Jacob LESSER inne.

Er veröffentlichte 1743 eine Streitschrift unter dem Präses Christoph August HEUMANN (1681-1764) mit dem Titel "De Zelo Germanis: Vom Eyfer Dessen mancherley Arten, Schaden und Nutzbarkeit". HEUMANN war seit 1717 Professor und Inspektor des Gymnasiums in Göttingen gewesen, hatte 1728 an der Universität Helmstedt in Theologie promoviert, und da seine Arbeit am Göttinger Gymnasium vorzüglich war, führte dies zur Umwandlung in eine Universität, an der HEUMANN Professor für gelehrten Geschichte und außerordentlicher Professor für Theologie wurde. Erst zwei Jahre nach der Streitschrift von Johann Philipp wurde HEUMANN ordentlicher Professor (Streitschrift vorhanden in der Staatsbibliothek Berlin Haus 1, Signatur unter Heumann, nicht bei Jöcher!).

Am Dienstag, den 2. Juni 1744 wurde Johann Philipp von seinem Vater in der Jacobikirche getraut, seine Auserwählte war Emilia Friederike DUNCKELBERG (1723-1754), die Tochter des Vierherrn und Beisitzer des Konsistoriums Wilhelm Jacob DUNCKELBERGs und der Sophie Elisabeth, geb. KALBITZ. Ihr Großvater war der bekannte Nordhäuser Rektor Conrad DUNCKELBERG (1640-1708). Gleichzeitig war dies die letzte Amtshandlung seines Vaters in dieser Kirche, denn mit dem Abbrucharbeiten war schon einen Tag vorher begonnen worden. Friedrich Christian berichtet, daß weiter, daß er seinen Sohn „nach überstandenen Ungewitter einer tödlichen Krankheit“ trauen durfte. Nachdem Friedrich Christian auch seit 1739 Pfarrer am Martinihospital war, konnte er mit Erlaubnis der beiden Bursaren des Hospitals für die Mitglieder der Jacobigemeinde dort seine Gottesdienste abhalten. Sein Schwager Chilian Volckmar RIEMANN, damals ältester Bürgermeister, und Johann Tobias PÖPPICH als weitere Bürgermeister waren damals die Bursaren des Martinihospitals. Da zu dieser Nutzung einige Umbauten insbesondere für die Kirchenstühle nötig waren, konnte Friedrich Christian erst am 2. Sonntag nach Trinitatis die Einzugspredigt halten {Lesser 1748, S. 3ff.}. Die un-gewöhnliche Überlassung dieser Hospitalkirche drückt Friedrich Christian sogar im Titel der Dankesrede am 17. Oktober 1745 zur Wahl Kaiser Franz I. aus, als er den erweiterten Pre-digttext zu diesem Anlaß drucken läßt und hierbei schreibt „in der geborgten Kirche S.Martini“ {Lesser 1745}.

Nachdem Johann Philipps Mutter 1729 gestorben ist, könnte es zu einer Aufteilung des mütterlichen Erbes gekommen sein. Dies muß spätestens mit dem Tod seiner mütterlichen Großmutter Maria Elisabeth WOLFRAM, geb. STANGE (1663-1739) geschehen sein, denn er besaß 1745 die sogenannten WOLFRAM'schen Ländereien von 8 Acker Umfang {Gerichte S. 535}:

- 3 1/2 Acker Land auf der Saugrube neben dem Land des Vierherrn HOFFMEISTER und des Bürgermeisters BRETSCHNEIDER,
- 2 Acker Land in der Flur Neben dem Gerichte zwischen Herrn LANGE und Frau Bürgermeister WEBERs Erben,
- 1 1/4 Acker Land am Lohgraben neben Herrn WOLFRAM,
- 1 1/4 Acker Land in der Windlücke neben dem Vierherrn HOFFMEISTER und Frau Bürgermeister WEBERs Erben.

Bei dem Vierherrn HOFFMEISTER handelt es sich um den späteren Bürgermeister Johann Christian HOFFMEISTER (1672-1755), den Ehemann seiner Großtante Catharina Margareta geb. WOLFRAM (ca. 1682-1755).

In zweiter Ehe heiratete Johann Philipp Friedrich am 5. Februar 1756 Augusta Wilhelmina ZANGENMEISTER (1726-1754), die Tochter des Preußischen Amtmannes Carl August ZANGENMEISTER (1678-1744) in Mauderode und der Lucia Wilhelmina, geb. BODE (er.1701-1777) {KB Ndhs./Bla.}.

Einundzwanzig Briefe seines Vaters aus dem Zeitraum 22. September 1738 bis 10. September 1742 an ihn als Studenten befinden sich im Stadtarchiv Nordhausen {Briefe F.C. Lesser}. Im Gegensatz zu seinem Vater veröffentlichte er nur sehr wenig {Meusel; Jöcher}:

- Die Spuren der göttlichen Regierung, welche sich bey den Personen äußern, die wichtige Geschäfte ausgeführt haben, ein Glückwunschschreiben, Nord hausen 1749 (Gratulationsschrift an seinen Vater zur Einweihung der neu erbauten Jacobikirche in Nordhausen),

- Gedanken von den Trostgründen bey dem seligen Absterben unsrer Freunde, Nordhausen 1749,

- Versuch über die natürliche Sprache, Nordhausen 1751,

- Nachricht von dem Leben und Schriften Herrn F.C. Lesser, Nordhausen 1755,

- Von dem Guten, welches die Menschen noch nach dem Tode in der gegenwärtigen Welt stiften können; eine Vorrede zu dem 80sten Vortrages der Nachrichten vom Nordhäuser Waisenhaus, Nordhausen 1755,

- Die kräftigsten Mittel, die gewünschte Wiederherstellung des Friedens zu befördern, eine Vorrede zu dem 83sten Vortrages der Nachrichten vom Nordhäuser Waisenhaus, Nordhausen 17??,

- Die kräftigsten Mittel, die gewünschte Wiederherstellung des Friedens zu befördern; Vorrede zu dem 85sten Vortrages der Nachrichten vom Nordhäuser Waisenhaus, Nordhausen 1758,

- Vorrede zu dem 86sten Vortrages der Nachrichten vom Nordhäuser Waisenhaus, Nordhausen 1758,

- ...

- Der Tod einer gläubigen Wöchnerin, als ein Tod auf dem Bette der Ehren, ein Trostschreiben, Nordhausen 1759.

Laut Jöcher soll es bei Meusel VIII, S. 185 noch einige Predigten geben.

Der Nachfolger Friedrich Christians, Johann Heinrich Christian HÜPEDEN (1726-1799), wurde am 9. März 1755 von Johann Philipp in sein neues Amt eingeführt, das er 45 Jahre ausgeübt hat {Riemenschneider S. 11}. Johann Philipp Friedrich starb am 13. August 1782 und wurde am 17. begraben {KB Blasi}.

"(2) Emilia, die im Jahr 1722 am Sechsten der Kalenden des Mai [26. Apr.] zugleich ihren ersten und ihren letzten Tag erlebte, nachdem sie infolge dringender Notwendigkeit aus den Händen des Vaters die reinigende Taufe empfangen hatte."

Die einzige Patin war die Großmutter väterlicherseits, Aemilie ROTHMALER.

"(3) Johann Gottlieb Friedrich, der im Jahr 1724 am Zehnten der Kalenden des Juni [23. Mai 1724] glücklich zur Welt kam und im 34. Jahr desselben Jahrhunderts am Dritten der Iden des April [11. Apr.] verstarb, begabt mit großer Beredtsamkeit, die das bei Kindern übliche Maß bei weitem überschritt."

Die Paten des letzten Kindes waren die Ehefrau des väterlichen Cousins Johann Philipp LESSER (1694-1730), der Posamentierers in Potsdam war, Ämilia Elisabeth LESSER, geb. LUSON (nicht ermittelbar in Potsdam), die Tante des Kindes, Philippina Sophia KNOCHEN-HAUER geb. LESSER (1697-1754), Ehefrau des Juristen und Nordhäuser Bürgermeisters Johann Wilhelm KNOCHENHAUER (1685-1736) sowie Theophil WENDEBORN.

Die nähere Beziehung zur Familie WENDEBORN ist unbekannt, auch wenn eine Maria Magdalena WENDEBORN am 17. Juli 1750 Patin bei Friedrich Christiana Enkelin Maria Catharina Friederike LESSER war {KB Nordhausen/Blasii}.

Während ihr Bruder Johann Philipp 1745 8 Acker Land besaß, waren es bei ihr nur knapp weniger, nämlich 7 3/4, so daß zu vermuten ist, daß sie sich das Erbe ihrer 1729 verstorbenen Mutter bzw. der 1739 verstorbenen Großmutter Maria Elisabeth WOLFRAM, geb. STANGE (..../16.3.1663 Ndhs./Bla.-.../24.11.1739 Ndhs./Bla.) geteilt haben. Im Gegensatz zum Besitz ihres Bruders fehlt aber bei ihr der Hinweis "WOLFFRAM'sche Länderei" {Gerichte S. 535}:

- 3 Acker Land vor dem Sundhäuser Tor auf der Saugrube neben den Erben des Andreas MÜLLER und der Witwe VOPELIUS,
- 2 1/4 Acker Wiese an der Helme,
- 2 Acker Land am Steinbrücker Weg neben den Erben des Conrad LANGE und den STEGMANN-schen Erben,
- 1/2 Acker Land in der Gumpe neben Frau Bürgermeister HOFFMEISTER und den Erben KIESE-WETTER.

Emilia heiratete am 18. Juni 1748 in der Frauenbergkirche den damaligen Pfarrer in Wulfingerode Ludwig Christian SCHMALING (10.1.1725 Kehmstedt-14.9.1804 Osterwieck). Nach der Pfarrstelle in Trebra wurde ihr Mann 1775 Superintendent und Inspektor in Osterwieck.

SCHMALING war wie sein Schwiegervater und sein Bruder Gottlieb Christoph {zu ihm siehe Kuhlbrodt, S. 20ff.} Mitglied der Königlichen Deutschen Gesellschaft zu Göttingen. Gottlieb Christoph erwähnt Friedrich Christian in seinem Lebenslauf des Erasmus ROTHMALER, da dieser ebenfalls ein Schüler an der Klosterschule in Ilfeld war, wo ROTHMALER geboren wurde {Lesser 1749, S. 8}. Da SCHMALING aber am 11.6.1776 in Osterwieck die Pfarrerswitwe Friederica Sophia NEUMANN heiratete, hat seine erste Frau Aemilia LESSER seinen Karrieresprung nicht mehr erlebt. Ein Nachfahre aus der ersten Ehe ist Herr Henning WITT-BOLDT-MÜLLER, der 2004 in 27283 Verden/Aller lebte.

"In zweiter Ehe verband ich mich im 31. Jahr dieses Zeitalters [Blatt 11] am Siebten der Kalenden des November [26. Okt.] mit einer von höchster Unbescholtenheit und Züchtigkeit gezierten Jungfrau, Christiane Elisabeth (1696-1770), der dritten Tochter des hoch erfahrenen Mannes Johann Günther RIEMANN (err.1658-1721), eines hochberühmten Rechtsanwaltes und Rates des großmächtigen Königs von Preußen und Kurfürsten von Brandenburg."

Die Paten dieses Kindes waren die Vorgänger seines Vaters, des Pfarrer primarius Johann Balthasar REINHARDT (....-1741), sein Onkel Johann Gottlieb LESSER (1699-1770), Arzt im holsteinischen Preetz und Catharine Margarete, geb WOLFRAM (ca.1683-1755), die Ehefrau des Vierherrn, Konsistorialassessors und Kaufmanns Johann Christian HOFFMEISTER (1672-1755). Dieses Kind wurde bereits am 17. März 1734 begraben {KB Frauenberg}.

"(4) Emilia Sophia Elisabeth, die im 26. Jahr dieses Jahrhunderts am 13. der Kalenden des Dezember [1726 Nov. 19] zur Welt kam und durch Gottes Gnade lebt."

Zu dieser Heirat gibt es ein Hochzeitsgedicht von Johann Martin RIEDEL und dem seit 1717 am Ilfelder Gymnasium unterrichtenden Albert RITTER (1682-1759) {Hochzeitsgedicht}. Die Zeit wird als Kreislauf dargestellt und schon im alten Ägypten haben in Form der Schlange oder mit dem Kreis des Zodiak dieses Symbol verwendet. Die Römer verwandten bereits eiserne Eheringe. Was hat dies mit Nordhausen zu tun? Für die bevorstehende Hochzeit wurde Gottes Segen gewünscht.

Christiane Elisabeth RIEMANN war am 4. August 1696 in Nordhausen geboren worden und am 8. getauft worden {KB Nicolai}. Ihre Paten waren der stud. theol. Johann Gottfried OLEARIUS, Anna Margareta, die Witwe des Weißenseer Arztes Erasmus KEULER sowie Friedeline Elisabeth, die Frau von Heinrich Richard WENTZING aus Allstedt.

Ihr Vater war in Sondershausen geboren worden und kam 1701 als Assessor des preußischen Schultheißen Andreas Erhard RÖPENACK nach Nordhausen. Als RÖPENACK am 6. März 1713 starb, übernahm RIEMANN dessen Amt. Preußen hatte von Sachsen das Schultheißenamt (Zoll- und Münzrecht) und die Reichsvogtei (Halsgericht) erworben und nützte dies am 7. Februar 1703 als Vorwand zur Besetzung der an sich Freien Reichsstadt Nordhausen. Hierüber kam es zum Streit zwischen Hannover, dessen Gebiet im Norden an Nordhausen grenzte, und Preußen.

Erst 1714 hielten es Hannover und Preußen durch die Schwächung Schwedens für wichtiger, die schwedische Lage für den eigenen Landerwerb auszunutzen, als sich um die kleine Reichstadt Nordhausen zu streiten {Näheres zu dem Kampf zwischen Hannover und Preußen siehe Silberborth}. 1714 bewarb sich RIEMANN um den Nordhäuser Bürgermeisterposten, wurde aber abgelehnt {Silberborth S. 212}. Johann Günther RIEMANN starb am 14. September 1721 und wurde am 19. begraben {KB Nicolai}.

Sein Sohn Chilian Volkmar (8.6.1687 Sondershausen-17.7.1763 Nordhausen/Petri) begründete dagegen die Reihe der Bürgermeister aus der Familie RIEMANN. Er bemühte sich nach Beendigung der preußischen Besetzung die Rechte der freien Reichsstadt zu sichern und zu vergrößern. Hierzu dienten auch seine Angriffe auf das von der Stadt Nordhausen umschlossene Reichsstift S.Crucis, das die Reformation überdauert hatte {Wand S. 92}.

Auch wenn die Familie RIEMANN in Sondershausen mehrere Bürgermeister gestellt hatte, so blieb sie für die alten Nordhäuser Familien eine zugezogene Familie. Die Familie von Friedrich Christians erster Schwiegermutter bestand u.a. aus der Familie OFFENEY, die während der Besatzungszeit die Seite des Nordhäuser Rates und Hannovers unterstützt hatte, so daß Friedrich Christian beide Seiten dieser Nordhäuser Kampfzeiten in seiner Familie vereinigte.

Heineck schreibt fälschlicherweise auf S. 13, daß Chilian der Onkel der Ehefrau von Friedrich Christian gewesen sei statt ihr Bruder. Chilian Volkmar hatte zwar auch einen Bruder Johann Günther (19.11.1691-15.4.1694 Nordhs./Nic.), der starb aber mit drei Jahren und hinterließ daher keine Tochter.

Johann Günther RIEMANN war mit Johanna Elisabeth OLEARIUS (err. 1671-7./12.3.1743 Nordhs./ Nic.), aus der Hallenser Theologenfamilie OLEARIUS verheiratet. Über sie schrieb Friedrich Christian 1743 das Buch "Einen abgestorbenen Oelbaum abgebildet an dem Beyspiele der HochEdelgebohrnen, HochEhr und Tugendbelobten Frauen, Johanna Elisabetha Riemannin, gebohrner Oleariin ...", von dem aber kein Exemplar mehr nachzuweisen ist.

"(5) Das einzige Kind dieser Ehe war Maria Sophie Christiane, die am 6.5.1736 geboren und am 8.5. getauft wurde."

Ihre Paten waren ihre Tante Maria Euphrosina RIEMANN, geb. TITIUS (1683-1754), die Ehefrau Chilian Volkmar RIEMANNs (1725-1763), der ab 1725 Bürgermeister in Nordhausen war; ihre Tante Sophia Rosina RIEMANN geb. HÜPEDEN (1715-1785), Ehefrau von Johann Gottfried RIEMANN (1700-1774), der ab 1730 ebenfalls bis zu seinem Tod Bürgermeister in Nordhausen war; der Professor der Medizin und Geheimer Rat Friedrich HOFFMANN (1660-1742) in Halle sowie Bürgermeister Jacob BRETTSCHNEIDER {KB Frauenberg ergänzt}.

HOFFMANN war zu diesem Zeitpunkt immerhin schon 76 Jahre alt und einer der berühmtesten Ärzte seiner Zeit, so daß er kaum zur Taufe nach Nordhausen gekommen sein wird. Seine Funktionen bzw. Titel umfaßten den preußischen geheimen Rat, Leibarzt des Königs von Preußen, kaiserlicher Pfalzgraf, ordentlicher Professor der Medizin in Halle, und Mitglied gelehrter Gesellschaften in St.Petersburg, London und Berlin {Adelung}. Die Beziehung zu HOFFMANN bestand wohl schon während Friedrich Christians Studium, denn er durfte HOFFMANNs Naturalienkabinett nutzen {Rein S. 11}, der zwar erst Ende 1712 an die Universität Halle kam, als Friedrich Christian bereits nach Leipzig gewechselt war, aber sie kannten sich vielleicht schon aus Berlin. Eine weitere Beziehung besteht durch die Promotion von seinem Cousin Johann Georg LESSER (1707-1778), einem Sohn seines Onkels Johann Friedrich LESSER in Berlin, der 1735 bei HOFFMANN über die Prophylaxe in der Mili-tärmedizin promovierte. Er wurde später Leibarzt von König Friedrich der Große (1712-1786).

Maria heiratete 1755 in der Jacobikirche den Pfarrer in Nebra Christian Gottlieb REINHOLD. Er war am 6.11.1728 als drittes Kind von Christian Gottlieb REINHOLD (1686-1757) und Christiana Concordia geb. RICHTER in Großwaltersdorf geboren und nach dem Besuch der Lateinschule in Leipzig 1746 dort auch auf die Universität gegangen. Diese Ausbildung schloß er 1751 mit dem Magister ab. Zwei Jahre später, "den 1. Juni wurde Herr Mag. Chris-tian Gottlieb Reinholdt, geb. von Freiberg, bisher Katechet zu St.Petri allhier, berufener Pastor nach Nebra, unter die Inspektion Freyburg gehörig, ordiniert“ {Leipziger Ordiniertenbuch Bd. V, S. 143, Nr. 10}.

Zum Tode ihre Vaters 1754 verfaßte Maria für ihn ein eigenes Trauergedicht {Trauergedicht}. Am 1. Mai 1759 war ihr Mann Pate von Ernst Christian Wilhelm LESSER (1759-1836), eines Neffen seiner Frau, der später die Familientradition fortsetzte, in dem er Diakon an Blasii in Nordhausen und Pfarrer der Hospitalkirche S. Martini wurde {KB Ndhs./Bla.}. 1765 wurde ihr Ehemann Superintendent in Mühlhausen {Glückwunschgedicht}. Maria wurde am 31.5.1775 in Mühlhausen begraben {KB Blasii}. Die am 25. Februar 1743 in Mühlhausen geborene Tochter Johanna Christiana REINHOLD heiratete am 11. Februar 1776 in Mühlhausen Gottfried Andreas PLATNER {nähere Angaben zu dieser Familie siehe DGB 106/245} und damit in eine aus Nordhausen und Stolberg stammende Familie, die zu den mütterlichen Vorfahren ihres Vaters gehörte. Nach anderer Quelle heiratete sie jedoch bereits am 21. Februar 1775, also noch zu Lebzeiten ihrer Mutter, in Mühlhausen den Ratsherrensohn Benjamin Christian STÜLER (1748-1796). Die Ehe dürfte kaum sofort wieder geschieden worden sein, sonst hätte sie nicht zwölf Monate später den angeblichen Ehemann PLATHNER heiraten können {Keil S, S. 489}.

Nach nicht einmal neun Monate nach Marias Tod heiratete ihr Mann wieder am 11. Februar 1776 Maria Magdalena REINHARDT, die Witwe des Stadtsyndikus Johann Gottfried STÜLER {KB Blasii und Hochzeitsgedicht}. Nachdem aber seine zweite Frau gestorben war, heiratete er zum dritten Mal am 15. Juni 1783 Friederika Christiane Wilhelmine v. ZENG, Tochter des Ernst Friedrich v. ZENG, Erbherr auf Obergebra und königlich-preußischer und kur-fürstlicher Rittmeister {KB Blasii, Hochzeitsgedicht}. Aber diese Ehefrau überlebte ihn, denn Christian starb nach kurzer Ehe am 26. Dezember 1784 und wurde am 30. begraben {KB Blasii, Grabrede}.

Seine schriftstellerischen Werke betrafen 1770 den Lehrplan des Mühlhäuser Gymnasiums, 1783 über die schulische Klugheit und eine kulturhistorische Abhandlung über den Ehering anläßlich seiner dritten Heirat 1783 {Abhandlung}. Zu den Mühlhäuser Synodalprogrammen verfaßt er jährliche Beiträge, die für die Jahre 1766 bis 1782 vorliegen {Kreisarchiv Mühlhausen}.

Friedrich Christians zweite Frau Christiane Elisabeth RIEMANN soll am 27. Mai 1770 gestorben sein, da die Kirchenbücher in Nordhausen für diese Zeit aber nicht vollständig sind, konnte ihr Tod nicht nachgewiesen werden.

"Zwar hatte ich nach dem Tod meiner innigst geliebten ersten Gattin beschlossen, ein eheloses Leben zu führen, allein, die Sorgen um die Haushaltsführung auf der einen, und die dringend notwendige Erziehung der Kinder auf der anderen Seite erforderten eine andere Lösung. Hinzu kamen verschiedene Erkrankungen [marg.: Siehe Dr. Friedrich Hofmann, Medizinische Konsultationen, Band VIII, 4. Dekade, 5. Fall, S. 270], die aus den Erregungen des Gemütes entstanden waren. Besonders aber ein Irrtum, bei dem mir anläßlich eines krampfartigen Stechens in der Milzgegend ohne mein Wissen (ich war zu dieser Zeit weder des Geschmacks- noch des Geruchssinns mächtig) infolge der Nachlässigkeit einer Dienstmagd anstelle des mit Mandelöl einzunehmenden Walfischsamens Kampher in einer Dosis von zwei Skrupel verabreicht wurde, und ich dadurch in bedenkliche Lebensgefahr geriet, bewog mich, das einsame Leben im Zölibat gegen den geselligen Ehestand zu tauschen, was mich nicht gereut hat."

Über den Krankheitszustand und seinen Verlauf berichtet sehr ausführlich sein Arzt C.C.S.D.? (anhand der Chronik von Förstemann läßt sich die Identität nicht auflösen) an Hofrat Friedrich HOFFMANN in Halle.

Manche Details waren anders, als Friedrich Christian es selber oben beschrieben hatte. Er litt im Juni 1730, also vor seiner Wiederverheiratung, unter einer Entzündung des Rachenzäpfchens. Neben verschiedenen Arzneien sollte der Patient den Hals warmhalten und bekam daher Umschläge mit Mandelöl und Kampher. In der folgenden Nacht verschlimmerte sich sein Zustand, so daß er wegen Brustbeklemmungen nicht schlucken konnte. Für sieben Stunden war er unfähig zu sprechen. Wegen der geschwollenen Adern an Hals und im Gesicht diagnostizierte sein Arzt einen Schlaganfall und nahm ihm sieben bis acht Unzen (= 1 l) Blut ab. Die Arznei wurde ihm auf Zucker geträufelt, auf einem Salbeiblatt unter die Zunge gelegt. Ein Klistier lehnte Friedrich Christian mehrmals ab und als der Arzt schließlich einen Venenschnitt machen wollte, übergab er sich mehrmals und fand seine Sprache wieder {Hoffmann S. 270-273}.

Gegen die andauernden Spasmen bekam er am folgenden Tag Walsperma und Mandelöl. Da ihm aber das Mandelöl nicht schmeckte, ließ er ohne Wissen des Arztes weißes Baumöl und Walrat in der Apotheke holen und hierbei kam es zu der obigen Verwechslung mit Kampher. Der Kampher wirkte krampflösend, der Patient fiel dafür in ein Delirium. Jetzt gab es keinen Widerstand gegen das Klistier und weitere Arzneien mehr. Die Erkrankung schloß mit schwarzen Punkten, die sich nach dem Abheilen von Pusteln ergeben hatten {Hoffmann S. 274-277}.

Nach dem Bericht des Arztes schloß HOFFMANN eine Auswertung an, in der er auf die krampflösende Wirkung des Kamphers verwies. Die von anderen Ärzten behauptete, Hitze auslösende Wirkung könnte bei der hohen Dosis, die dieses Patient erhalten hatte, nicht belegt werden. Ein Gläschen ungarischen Weines würde mehr innere Hitze verursachen, als ein Skrupel Kampfer {Hoffmann S. 278-280}.

"Im 24. Jahr dieses Zeitalters am Vortag der Kalenden des Juli [30. Juni] wurde ich von den wohlansehnlichen Inspektoren des Waisenhauses und dessen höchst ehrwürdigen Verwaltern mit der Leitung desselben betraut wenngleich gegen meinen Willen und widerstrebend."

Das Waisenhaus war vom wohlhabenden Pfarrer an der Altendorfer Kirche, Johann Richard OTTO (4./6.3.1661 Nordhs./Bla.-13.7.1722 Nordhausen, sein Leben siehe 103. Vortrag des Waisenhauses) gegründet worden. Seine Leichenpredigt hielt der Pfarrer an Blasii Johann Heinrich KINDERVATER. Friedrich Christian übernahm das Amt eines der Waisenhausverwalter 1724 als Nachfolger seines zwei Monate vorher verstorbenen Vaters und legte es 1743 nieder {Lesser 1755, S. 11}.

Als Verwalter des Waisenhauses war er auch einer der Verfasser der sogenannten Waisenhausvorträge, verglichen mit den 22 Vorträge seines Kollegen KINDERVATER nahmen sich die Vorträge von Friedrich Christians sehr bescheiden aus {Kuhlbrodt S. 95}. Als KINDER-VATER am 2. Oktober 1726 starb, war Friedrich Christian in seinen letzten Stunden bei ihm {Heineck 1927 S. 38}.

"Im übrigen wurde ich durch die zahlreichen, mit meinem Amt verbundenen Sorgen und Bedrängnisse, das häufige nächtliche Studieren und die sitzende Lebensweise, sowie jenes Leiden in den Eingeweiden in der Milzgegend, an dem fast alle Gebildeten leiden, zu dem ich aber aufgrund der ererbten Körperkonstitution neige, derart bedrängt, daß seine schrecklichen Symptome mich nahezu dienstunfähig machten. Die Empfehlungen aller zu Rate gezogenen Ärzte waren sich darin einig, daß mir häufiges Spazierengehen oder Ausreiten bzw. Ausfahren im Schrittempo [Blatt 12] nottäte, damit nicht nur die Verstopfungen des Gekröses und der inneren Drüsen wieder geöffnet würden, sondern auch der ursprüngliche Kreislauf des in der Pfortader zurückgehaltenen Blutes wieder in Gang käme. Daher durchstreifte ich mitunter, soweit es meine Amtspflichten gestatteten, mit eifriger Wißbegier die Erzgruben und Höhlen des Harz, auch die Bergeshöhen und lieblichen Täler, wanderte zuweilen auch über die Landstraßen; und da ich auf diese Weise eine Reihe von Naturwundern, insbesondere Versteinerungen, entdeckte, und derlei noch nicht von anderen in dieser Gegend beobachtet worden war, ergriff ich die Gelegenheit, diese meine Funde gegen auswärtige Fundstücke zu tauschen, und so ein nicht zu verachtendes Museum von Dingen aus dem dreifältigen Reich der Natur zu sammeln. Dieweilen ich mir aber später ein Gebrechen zuzog, das es mir nicht mehr gestattete, des öfteren Fußmärsche zu unternehmen, stellte ich daheim die verschiedensten Naturbetrachtungen an, zum Ruhme Gottes, da ich der Auffassung bin, daß man den spezifischen Unterschied zwischen Natur und Gnade nicht besser erkennen kann, als wenn man im Buch der Natur und dem der [Heiligen] Schrift liest, und diejenigen Dinge, die einem in denselben begegnen, miteinander vergleicht.

Die Produkte meines Gelehrtenfleißes, die ich bis jetzt der Öffentlichkeit zugänglich gemacht habe, sind die folgenden:

(1) Wilhelm Uberfeldt, Lebenslauf, 1720, in Oktav: Abgedruckt in Johann Balthasar Reinhards Prüfung des Geistes der neuen Engels-Brüderschaft, S. 320.

(2) Historische Nachricht vom Kloster Himmelgarten, im Jahr 1723, in Quart. Diesen Bericht veröffentlichte der seel. Leuckfeld mit meiner Zustimmung im Anhang zu Heinrich Meiboms Chronik von Marienberg, aber Tobias Eckard hat aufgrund meiner an den seel. Mann geschriebenen Briefe in der Lebensbeschreibung desselben, S. 41, öffentlich gemacht, daß ich der Autor bin.

(3) Zorn-Rede Gottes an die Sünder, in einer Trauerpredigt aus Hiob 37 ff., Nordhausen 1728, in Quart. Siehe Zacharias Gleichmanns forscherliche Bemerkungen von 1725, in der 49. Lieferung, S. 270.

(4) Brief an meinen Bruder Johann Gottlieb Lesser, Dr. der Medizin, über gelehrte Nordhäuser, die außerhalb ihrer Vaterstadt Karriere gemacht haben, Nordhausen 1726, in Quart.

(5) Rezension des 1. Teils von Ant[oine] Gavins "Das Passepartout der Römischen Kirche", 1727, in Quart. In Der Alten und Neuen Theologie Sachen [Blatt 13] von 1727, im 4. Beitrag neues, Nr. 38.

(6) Brief an Friedrich Hofmann, Dr. der Medizin und Professor zu Halle, über interessante Steine, die in Nordhausen und Umgebung vielfach zu finden sind, Nordhausen 1727, in Quart.

(7) Nachricht von der Reparatur der Kirche St. Nikolai zu Nordhausen, 1728, in Quart. In Hellers Thüringischen Merkwürdigkeiten, S. 526 und 593.

(8) Glückwunsch-Schreiben an den obgenannten Doktor Friedrich Hofmann, über medizinisch-theologische Sachen [bzw. über Mediziner-Theologen], Nordhausen 1728, in Quart.

(9) Glückwunsch-Schreiben über Veränderungen [gemeint sind wohl Stellenwechsel] von Rektoren und Konrektoren zu Ilfeld, an Johann Heinrich Stuß anläßlich seiner Berufung nach Gotha, Sondershausen 1728, in Quart.

(10) Genealogische Nachricht von der Lesser'schen Familie, Nordhausen 1729, in Quart. [diese Schrift wurde von seinem Neffen Wolf Heinrich LESSER 1755 ergänzt herausgegeben, es konnte aber kein Exemplar nachgewiesen werden].

(11) Nachrich von den verschiedenen Bränden der Stadt Heringen, Nordhausen 1729, in Oktav.

(12) Die der reinen Lehre zugetane Kaiserlich Freie Reichsstadt Nordhausen, Nordhausen 1730, in Oktav. Siehe die Nachträge zur Auserlesenen Theologischen Bibliothek, 4. Stück, Nr. 4, S. 313.

(13) Umständliche Nachrichten von 2790 Salzburgischen Emigranten, so zu Nordhausen gewesen, Nordhausen 1732, in Quart.

(14) Kurzer Entwurf einer Theologie der Steine, Nordhausen 1732, in Oktav. Hamburger Berichte von Gelehrten Sachen von 1732, Nr. 49, S. 585.

(15) Anmerkungen über die Baumanns-Höhle, wie ich sie im Jahr 1734 befunden, Nordhausen, in Quart. Nachdrucken ließ dieselben mein Bruder Johann Gottlieb Lesser, Doktor der Medizin und Leibarzt der Fürsten von Plön, Hamburg 1745, mit Anmerkungen. Siehe die Hamburger Berichte dess. Jahres, Nr. 47, S. 393.

(16) Historische Nachricht von den Nordhäusischen Brakteaten, 1734 in Sekretär Zacharias Gleichmans Curiösem Welt und Staats Kabinett von 1734, Monat August, Kapitel 6, S. 504, und Monat September, Kapitel 6, S. 562.

(17) Rezensionen in den Hamburger gelehrten Berichten von 1734, z. B. Nr. 49, S. 419, von Herrn Albert Sebas erstem Teil seines Schatzes der Dinge der Natur, und Nr. 65, S. 547, von der Sammlung auserlesener Gedichte Herrn Rektor Stussens; siehe Nr. 66, S. 553.

(18) Lithotheologia, das ist, Natürliche Historie und geistliche Betrachtung der Steine, Hamburg 1735, in Oktav. Colers auserlesene Theologische Bibliothek, Teil 80, S. 871; Kohls Hamburger Berichte von diesem Jahr, Nr. 57, S. 473; Fabricius' Thüringer Nachrichten von gelehrten Sachen von diesem Jahr, S. 44; Leipziger gelehrte Zeitschrift dess. Jahres, Nr. 72, S. 640.

(19) Rezensionen in den Hamburger Berichten von 1735, z. B. Von Würmern im menschlichen Körper bei lebendigem Leibe gewachsen, Nr. 3, S. 21; Von der Mühlhausener Exekution, Nr. 5, S. 34; Von der Blüte aus der Knospe der Holzbirne, Nr. 7, S. 52; Vom 2. Teil des Herrn Albert Sebas Schatz der Dinge der Natur, Nr. 58, S. 481.

(20) Briefliche Untersuchung über die Weisheit, Allmacht und Vorsehung Gottes, und wie man dieselbe hienieden erkennen kann, an Herrn Albert Seba, Nordhausen 1735, in Quart. Siehe Fabricius' Thüringer Nachrichten aus diesem Jahr, Nr. 22, S. 214; Kohls Hamb. Berichte aus diesem Jahr, Nr. 49, S. 569; Menckens Leipziger gelehrte Zeitung dess. Jahres, Nr. 77, S. 635."

Seine früheste Veröffentlichung ist wohl eine zehnzeilige Widmung als Student in dem 1715 erschienenen Buch seines späteren Pfarrkollegen Johann Heinrich KINDERVATER "Nordhusa illustris" {Kindervater, vorletzte Seite der unpaginierten Einleitung}. Diese Widmung führte er aber in seiner eigenen Veröffentlichungsliste nicht auf. Weiterhin fehlte auch ein lateinisches Glückwunschgedicht, das er über zwei Seiten in der militärwissenschaftlichen Dissertation seines Cousins Johann Georg LESSER mit dem Datum 9. April 1735 abdrucken ließ {Lesser, J.G., nicht bei Rein aufgeführt.

Die Lithotheologie war Teil seiner Veröffentlichungen, die seine Stellung als Physikotheologe zeigen. Diese Richtung bemühte sich, aus der wunderbaren Natur die Existenz Gottes zu beweisen und Friedrich Christian gehörte zu den eifrigsten Verfassern physikotheologischer Schriften {Saime S. 32f.}.

Neben der Mitgliedschaft in der Leopoldina erwarb Friedrich Christian diese in der Königlich Preußischen Gesellschaft der Wissenschaften in Berlin {Heineck S. 50} und am 22. Dezember 1748 wurde er Mitglied der Königlich Deutschen Gesellschaft der Wissenschaften in Göttingen. Dabei erhielt er den geistlichen Orden de la Concorde, dieser soll ihm von einem ungenannten Prinzen verliehen worden sein {Meyer}. Weiterhin war er Ehrenmitglied der Bremischen Deutschen Gesellschaft {Lesser 1755, Titelseite}.

Nach Angaben seines Sohnes führte sein Vater mit rund 380 namentlich genannten Gelehrten in Europa {aber leider ohne Vornamen, Lesser 1755, S. 17ff.} eine umfangreiche Korrespondenz.

Seine Beziehungen zu Franz Ernst BRÜCKMANN (1697-1753) und Christoph Jacob TREW (1695-1769) sind untersucht worden {Kaiser 1980, S. 13ff. mit weiteren Ausführungen}. BRÜCKMANN beschrieb auch LESSERs Naturalienkabinett in seinem 50. und 51. Rundbrief, die dem Arzt Henning Johannes SIEMENS gewidmet waren und BRÜCKMANN war am 8. Mai 1736 Pate von Friedrich Christians letzten Kindes Maria Sophie Christiane {KB Frauenberg}.

Friedrich Christians Briefe an Carl v. LINNE sind bereits in einer Veröffentlichung behandelt worden. Es ging ihm um LINNE's Buch "Systema naturae" von 1735, das er in drei Briefen erbat und wofür er sich wie bei ihm üblich mit eigenen gesammelten Naturalien revanchierte {Schroeter S. 77f.}. Im botanischen Bereich hatte Friedrich Christian selber nichts veröffentlicht, wenn man von einem unbedeutenden Artikel über wilde Birnen absieht {Lesser 1735}.

Am 17. April 1736 besuchte Friedrich Christian den Hallenser Professor Friedrich HOFFMANN, bei dem sein Vetter Johann Georg LESSER ein Jahr vorher promoviert hatte. HOFFMANN schenkte ihm einen Kupferstich, der nach einem von Friedrich d.G. geschenkten Bildnis HOFFMANNs gestochen worden war {Kaiser 1979, S. 25}. Einen Brief an HOFFMANN hatte er 1727 veröffentlicht (siehe Nr. 6 der obigen Literaturliste).

Friedrich Christians Kontakt zu seiner Nordhäuser Verwandtschaft zeigt sich durch seine Patenschaften. Sein erstes Patenkind war am 24. September 1722 Friedrich Andreas (1722-1804), ein Sohn seines Cousins Justus Paul LESSER {KB Nicolai}. Dieses Patenkind sollte die Familientradition fortsetzen und wurde 1756 Pfarrer in Wendhausen im Stift Hildesheim und 1772 Pfarrer in Heinde in der gleichen Gegend.

Am 5. November 1737 übernahm Friedrich Christian die Patenschaft seiner Nichte Maria Elisabeth Friederike LESSER (1737-1738) {KB Blasii} und schließlich am 18. August 1752 bzw. 11. Oktober 1745 die Patenschaft der Kinder Maria Sophia Christian LESSER (1752-1753) und Friedrich Jacob LESSER (1745-1772), er starb als Kandidat der Theologie, seines Sohnes Johann Philipp Friedrich {KB Blasii}. Unberücksichtigt sind Patenschaften bei Verwandten mit einem anderen Familiennamen, da diese nicht im Kirchenbuch kontrolliert worden sind.

1729 widmete Friedrich Christian seinem Bruders Johann Gottlieb in Preetz zur Hochzeit mit Lucia Dorothea LIESEGANG (1711-1736) die erste gedruckte Familiengeschichte. Lucias Vater Johann Thomas LIESEGANG war zwar Diakon in Lütjenburg in Holstein, er stammte aber aus Kehmstedt westlich von Nordhausen, so daß Johann Gottlieb seine spätere Frau vielleicht schon in seiner Jugend kennengelernt hatte. Diese wurde 1755 von Johann Gottliebs erstgeborenen Sohn Wolf Heinrich (1730-1814), Pfarrer in Süderstapel im Herzogtum Schleswig, ergänzt und bei Johann Heinrich WEHRT in Plön veröffentlicht. Hiervon konnte kein Exemplar in einer öffentlichen Bibliothek nachgewiesen werden. Anne-Cathrine GLA-VAS, geb. WILHELMSEN, eine Nachfahrin von seinem Halbbruder Johann Andreas (1746-1816), Bürgermeister von Tönning an der Eider und später Landvogt von Süderstapel, besitzt ein Exemplar, das wohl von Wolf jeweils ergänzt worden ist und damit zeigt, in wie weit Kontakt zwischen den Mitglieder der Familie bestand.

Diesen Bruder Johann Gottlieb, der als Leibarzt des Herzogs Karl v. HOLSTEIN-PLÖN in Preetz lebte, besuchte er mehrmals. Am 15. November 1731 war er Pate bei dessen Sohn Friedrich Christoph in Preetz. Da er nicht als abwesender Pate bezeichnet wurde, war er wohl tatsächlich in Preetz. Sein Patenkind wanderte nach Hapsolu in Livland aus und war dort als Apotheker tätig, sein Sterbedatum lag vor 1812.

Umgekehrt war Johann Gottlieb Pate von Friedrich Christians am 25. Mai 1724 geborenen Sohnes Johann Gottlieb Friedrich (1724-1734) {KB Ndhs./Fra.} sowie am 22. Februar 1747 seiner Enkelin Christiane Elisabeth Ämilia LESSER (1747-1821?) {KB Ndhs./Bla.}. Letztere heiratete 1775 den Nordhäuser Ratsherrn und Bäckermeister Johann Heinrich SCHNEPPE (1722-1786) {KB Ndhs./Bla., Nic.}.

Die Verbindung zu seinem Bruder blieb bestehen, denn Friedrich Christians Sohn Johann Philipp Friedrich und seine Tochter Aemilia Sophie Elisabeth waren am 24. April 1744 Paten von Johann Gottliebs Tochter Dorothea Aemilia (1744-1816), die 1777 den Postmeister in Kellinghusen, Andreas Johannes WASSMANN heiratete, der verarmte und 1796 als Soldat auf der dänischen Karibikinsel St.Thomas starb {KB Preetz}.

Friedrich Christians Schwester Philippine Sophia KNOCHENHAUER war am 4. Juli 1746 Patin ihres Neffen Johann Andreas LESSER (1746-1816). Dieser studierte Jura und war Sekretärs eines der größten Grundbesitzer in Holstein, bevor er 1800 Bürgermeister von Tönning an der Eider wurde und 1812 Landvogt von Süderstapel {zu dessen Leben siehe A. Lesser 1996}.

Die Patin Philippine KNOCHNENHAUER aus Nordhausen, die wohl identisch mit der obigen war, war am 19. Mai 1752 Patin von einem weiteren Kind Johann Gottliebs, nämlich Albertina Georgina (1752-1817) {KB Preetz}. Sie heiratete 1781 den Apotheker in Neumünster Christoph August JAHN (1749-1798).

Aber nicht nur mit den Täuflingen seiner Familie hielt er engen Kontakt durch Patenschaften, sondern die Verstorbenen ehrte er durch Trauergedichte.

Seiner Schwägerin Maria Eleonora RIEMANN (4./7.7.1706 Nordhs./Nic.-20./23.4.1753 Ndhs./Nic.), die am 29. Mai 1731 in Nikolai den dortigen Diakon Heinrich Volkmar STANGE (21.10.1692 Hesserode?-8./12.2.1755 Nordhs./Nic.), geheiratet hatte, widmete er 1753 ein 64-zeiliges Trauergedicht, das zusammen mit solchen seiner Kollegen bei Johann August COELER in Nordhausen gedruckt wurde {Trauergedicht Stange}.

1734 hatte Friedrich Christian einen Bericht über die Baumannshöhle drucken lassen, den sein Bruder Johann Gottlieb 1745 in erweiterter Form herausbringen ließ {Jöcher Sp. 1684}.

In theologische Lehrstreitigkeiten war Friedrich Christian nicht verwickelt, obwohl der Pietismus, dem er unter dem Einfluß von Hermann August FRANCKE anhing, seine orthodoxen Gegner hatte. Eine Ausnahme ist der sogenannte Nordhäuser Gesangbuchstreit, zu dem de BOOR eine Veröffentlichung verfaßt hat {de Boor}. Bei diesem Streit ging es nach LESSERs Meinung um nicht mehr zeitgemäße Lieder, die dementsprechend aus dem Nordhäuser Gesangbuch entfernt und in der Ausgabe vom Februar 1735 teilweise durch neue ersetzt worden waren.

Für die Vertreter der orthodoxen Richtung war es ein Frevel, daß alte Lieder aus dem Nordhäuser Gesangbuch getilgt wurden und so erhob sich ein heftiger Streit, an dem auf der Seite von Friedrich Christian insbesondere der Pfarrer der Nordhäuser Petri-Kirche, Johann Christoph TEBEL, beteiligt war. Zu den aktiven Unterstützern gehörte auch LESSERS Schwager, der Nordhäuser Bürgermeister Chilian Volkmar RIEMANN, aber sein Schwippschwager Heinrich Volkmar STANGE, der zu dieser Zeit Diakon an Nicolai und 1741 dort Pfarrer wurde.

Zusammen mit TEBEL veröffentlichte er in den Jahren 1735, 1736 und 1737 jeweils Verteidigungsschriften für die Neuausgabe des Nordhäuser Gesangbuches und 1737 den gedruckten Brief an den Mühlhäuser Superintendenten VOLLAND {Lesser 1737}. Gegenschriften erfolgten z.T. anonym und die Nordhäuser Autoritäten versuchten festzustellen, wer sich hinter solchen Traktaten verbarg {Philymno S. 7 und auf S. 44ff. die Liste der gestrichenen Lieder}.

Neben seinem Pfarramt an Frauenberg bzw. dann an Jacobi war er Pfarrer an der Kirche des Martinihospitals {ein Bild dieser Kirche findet sich in Magistrat, Bd. 2, S. 64 und eines von dem Hospital auf S. 448}. Dieses Hospital war 1389 gegründet worden und versorgte mit seinen Immobilien alte Leute und diente immer einem Pfarrer als Zusatzeinkommen {Näheres siehe Lesser/Förstemann S. 110-124, Akten im Stadtarchiv Nordhausen unter R Ec 1ff.}. Friedrich Christian übernahm das Amt eines Pfarrers am Martinihospital am 19. Mai 1739 und übte es bis zu seinem Tode aus {Lesser 1755, S. 12, Lesser/Förstemann, S. 124 dagegen nur bis 1748}.

1740 kam sein wohl bekanntestes Buch heraus, nämlich die Nordhäuser Chronik. Sie beschreibt die Geschichte der Stadt, ihre Gebäude und Nordhäuser Persönlichkeiten {Lesser 1740}. Dies war die erste gedruckte Chronik Nordhausens, denn die 1701 begonnene Chronik von BOHNE war vom Rat aus Sicherheitsgründen eingezogen worden {Bohne}. Nordhausen war in den Jahren 1701 bis 1715 von Preußen besetzt gewesen, das sich mit Hannover um das Schultheißenamt und die Vogtei stritt, die Teile der Souveränitstrechte der Stadt darstellten.

An dieser Chronik hat Friedrich Christian bereits länger gearbeitet, denn bereits 1725 hat er ein Manuskript zu diesem Thema dem späteren Verleger Johann Heinrich GROSS übersandt. Für das ursprüngliche Manuskript hat er mit seinem Verleger 12 gr. pro gedruckten Bogen vereinbart, dann aber 1737 seine Honorarforderung auf 16gute Groschen angehoben. In beiden Fälle war keine Barzahlung vorgesehen, sondern ein Ausgleich in Buchexemplaren. Zugleich bekam er als Autor aber zusätzlich als Honorar sechs Freiexemplare. Interessant ist die Freistellungsvereinbarung gegenüber GROSS. Obwohl Friedrich Christian versicherte, sein Manuskript würde nichts beinhalten, was nachteilig für die Stadt sein könnte, so würde er GROSS aber, falls sein Buch doch „Verdruß und Schaden verursachen könnte“, entsprechend entschädigen {Kirchoff S. 195ff.}.

Seine Veröffentlichungen in Buchform und seine wissenschaftlichen Artikel führte sein Sohn Johann Philipp Friedrich in einem Nachruf auf seinen Vater auf {Lesser 1755}. Sie beziehen sich auf die Theologie, Geschichte, Genealogie und Naturwissenschaft {siehe hierzu im Detail Kaiser, 1991 S. 83ff.; Rein}.

Der bisherige Pfarrer an Jacobi in Nordhausen, Andreas Mauritius GOHR (1700-1743), war am 1. März 1740 zum Pfarrer an Blasii gewählt worden und Friedrich Christian wurde am 4. August 1741 zu seinem Nachfolger bestimmt {Lesser/Förstemann S. 47, 98}. Da die Kirche zum Zeitpunkt seiner Amtsübernahme bereits sehr baufällig war, wußte er, auf was er sich bei seinem neuen Amt eingelassen hatte. Was zu diesem Amtswechsel geführt hat, ist offen, denn auch finanziell dürfte er sich nicht verbessert haben, denn z.B. das Roggendeputat für den Pfarrer an Jacobi betrug 1714 16 Scheffel im Gegensatz zu 40 für den Pfarrer von Frauenberg {Rechnung 1714}.

Im Todesjahr von Andreas Mauritius GOHR veröffentlichte Friedrich Christian einen zehnseitigen Artikel über den Priester Johann GOHR (1658-1728) aus Zons im Kurfürstentum Köln, der zum Protestantismus übergetreten ist. Ob dieser GOHR mit seinem Kollegen an Blasii verwandt ist, ist offen, aber aufgrund der Bestallung und der Veröffentlichung im selben Jahr ist dies anzunehmen {Lesser 1743}.

Für 1754 liegt die Kirchrechung von Frauenberg vor, aber keine vergleichbare Unterlage für Jacobi {Kirchrechnung}. Zu den Streitigkeiten um diese Kirchrechnungen soll es ein Sprichwort gegeben haben: "Es geht zu wie bei der Frauenberger Kirchrechnung" {Lesser/Förstemann S. 102, weitere architektonische Angaben zur Kirche siehe Schmidt S. 169-173}.

Die Wahl der Prediger an Jacobi erfolgte durch die Hauseigentümer der Gemeinde, wobei die drei Kandidaten jeweils von den zwei Kirchenvorstehern, den zwei Gemeindevorstehern sowie vom Rat vorgeschlagen wurden {Lesser/Förstemann S. 96}.

Wie aus dem folgenden Brief hervorgeht, verfolgte Friedrich Christian auch Autoritäten gegenüber zäh sein Ziel, den Neuaufbau der Jacobikirche zu realisieren. Am 19. September 1743 bat er Herzog Karl I. v. BRAUNSCHWEIG (1713-1780) um Steine aus dem im Bauernkrieg zerstörten Kloster Walckenried. Zumindest am 12. Februar 1744 richteten die Kirchen-vorsteher von Jacobi dieselbe Bitte an den Herzog {Heineck S. 39}. Dies brachte immer noch keinen Erfolg, denn Friedrich Christian mußte sich wiederum selber bemühen:

"Durchlauchtigster Fürst, Gnädiger Fürst und Herr. Ew. Hochfürstl. Durchl. wollen gnädigst geruhen, gegenwärtiges Blath vor Dero erleuchtete Augen kommen zu laßen. Meine Wenigkeit unterfängt sich, durch daßselbe höchst Dieselben zu benachrichtigen, daß ich mir die Kühnheit genommen, den 19.Sept. vorigen Jahres ein unterthänigstes Schreiben abgehen zu laßen, worinne ich aus unverbrüchlicher Treue über den seeligen hintritt Dero hochfürstl. Herren Papa, höchseeligen Andenkens, meine schuldigste Mitt Trauer unterthänigst bezeiget, und zu der anzutretenden Regierung mit solcher Aufrichtigkeit des Herzens Glück gewünschet, als der getreuste unter Dero Unterthanen kaum thun kann. Ich hatte aber zugleich eine unterthänigste Bitte mit beigefüget, ob Ew.hochfl. Durchl. nicht gnädig geruhen möchten, zu unserem Kirchbau S. Jac. bey welcher Alterthums wegen auch nicht einmal der Grund hatt bleiben können, uns bey dem Straußberge 600 Qubic-Fuß Steine brechen zu dürfen. Weil ich aber bis hierher einer gnädigsten Resolution mit großem Verlangen entgegen gesehen, und muthmaaße, daß etwa solche Supplique bey höchst Dero Heimführung Dero Durchl.Fr.Gemahlin, wozu ich von Gott alles hochfürstl. Seelen- und Leibes-Gedeyen herzlich anwünsche, mögen bey Seit geleget und ver-geßen worden, da Dero Gottesfurcht und Leutseeligkeit mich keine abschlägige Antwort vermuthen laße; so unterfange mich nochmahglen, diese unterthänigste Bitte um Gottes Willen zu wiederholen, Ew. Hochfl. Durchl. wollen gnädigst geruhen zu erlauben, daß wir obgemelte Steine brechen und abfahren dürfen, da solche elsen nur den Wachsthum der Bäume und des Grases hindern, wie solches sowohl der h. Land-Cammer-Rath SCHMELZER, als auch der H.Amtm. WEDEMEYER werden bezeugen können. Der barmherzige Gott wird höchst Deroselben Hochfl. Hauß zu allenSeegen vor solche gnädigste Willfahrung wieder bauen, womit nebst wahrer Bezeugung der allertiefsten Veneration beharre Ew.Hochfl.Durchl. Meines gnädigsten Fürsten und Herren

Nordhausen d.12.Mart 1745
unterthänigster Knecht
F.C.Leßer" {Briefe}

Es ist bemerkenswert, wie er die Zerstörung der Ruine dieses für Nordthüringen wichtigen Klosters damit begründete, daß das Wachstum von Bäumen und Gras verbessert werden müßte, aber er hatte Erfolg. Der Postlauf und die Reaktion waren damals schnell, denn bereits zwei Tage später weist der Herzog die Fürstliche Kammer in Blanckenburg an, der Jacobigemeinde 4.000 Kubikfuß Quadersteine zu überlassen. Dies war nicht etwa eine Spende, denn am 18. März wurde für die Quadersteine ein Preis von 3 Mariengroschen pro Kubikfuß festgesetzt {Heineck S.39}.

Friedrich Christian bedankte sich auf seine typische Art mit einer seiner Veröffentlichungen über die Baumannshöhle {Briefe}:

"Hiernechst unterstehe mich, beykommend schlechte Blätter von der Baumanshöhle vor hoch Dero erleuchtete Augen zu legen, weil ich weiß, daß der Schöpfer von Ihnen auch in Seinen Werken gepriesen werde. Ich bitte unterthänigst, solchen ein Eckhen (?) unter Dero Bücherzahl gnädigst zu gönnen. Anbey communicire einen Catalogum von Schwarzbl. Urkunden, welche weder in Heydenreichs Historie, noch in andern Büchern gedruckt sind, und theils von dem hohen Schwarzbl. Hause, theils von einigen Burgsaßen zum Straußberge Nachricht geben. Belieben Ew. Hochfl. Durchl. die Abschrifft davon zu haben, so werde auf erhaltenen hohen Befehl unterthänigst damit aufwarten. Gott baue hoch Deroselben Hochfürstl. Hauß, wen Sie zu dem Bau unser Kirche beförderlich sind, dessen Obhuth Sie ich in meinem Gebeth allzeit vortragen, und mit der zÄrtlichsten Unterwerfung aus bestÄndigem getreuem Herzen binn

Ew.Hochfl.Durchl. Meines Gnädigsten FÜrsten und Herrns Nordhausen d.15.Mai 1745 unterthÄnigster Knecht Friedrich Christian Leßer."

Am 31. Mai 1744 hielt Friedrich Christian die Auszugspredigt aus der baufälligen Jacobikirche. Der Abriß kann nicht am nächsten Tag begonnen worden sein {wie Heineck auf S. 37 schreibt}, denn am 2. Juni traute Friedrich Christian seinen Sohn Philipp Friedrich mit Emilie DUNCKELBERG (.../26.11.1723 Ndhs./Nic.-27./30.9.1754 Ndhs./Bla.), einer Tochter des Nordhäuser Vierherrn Wilhelm Jacob DUNCKELBERG, in Jacobi {KB}. Der 1310 erbaute Turm blieb stehen (Lesser/Förstemann S. 93), und wurde erst nach dem 2. Weltkrieg abgebrochen. Vor Baubeginn des heute dort stehenden Altersheim der Diakonie wurden 1999 mit finanzieller Unterstützung der Friedrich-Christian-Lesser-Stiftung im Bereich der Jacobikirche archäologische Grabungen vorgenommen. Die Funde sind im Tabakspeichermuseum ausgestellt.

Am 14. Juli 1744 erfolgte die Grundsteinlegung für die neue Jacobikirche. Johann Andreas GROTIAN und er hielten eine Rede zur Grundsteinlegung. Die dabei versenkte Kassette ist leider bei dem Abriß des Kirchenschiffs 1958 als auch bei den archäologischen Ausgrabungen anläßlich des Baus des Altersheimes neben den Resten der Kirche nicht gefunden worden. Zur Grundsteinlegung gab Friedrich Christian dazu wiederum eine Bittschrift heraus, der finanzielle Erfolg war im Gegensatz zu seinen vorhergehenden Bittschriften aber mäßig {Heineck S. 37}.

Die Probleme beim Kirchenbau, wie schlechte Arbeit und Unzuverlässigkeit der Handwerker, aber auch die Finanzprobleme und die abwertenden Kommentare Dritter, erinnern an unsere Zeit. Friedrich Christian beschrieb dies alles genau, einschließlich aller Details, anläßlich der Einweihung 1749 {Lesser 1749}.

Zu dieser Einweihung hatte der Konrektor des Nordhäuser Gymnasiums Johann Eustachius GOLDHAGEN (err. 1701-1772) eine Kantate gedichtet, die der Organist Christian Gottlob SCHRÖTER (1699-1782), der Erfinder des Piano Forte, vertont hatte {Heineck S. 40}. Die Beziehung zwischen GOLDHAGEN und FCL muß enger gewesen sein, denn in allen vier vorhandenen Briefen von FCL an des Professor Christian Benedikt MICHAELIS (1680-1764) in Halle sendete er Grüße von GOLDHAGEN an MICHAELIS {Rein S. 155f.}. Tatsächlich bezeichnet FCL GOLDHAGEN in seiner Lebensbeschreibung des Pfarrers an der Petrikirche Laurentius SÜSSE (...-1549) als seinen Freund {Lesser 1749, S. 13}.

Neben seinen vielen Veröffentlichungen von Büchern fällt eine Karte aus dem Rahmen. Er verwendete als Vorlage eine HOMANN`sche Karte von Thüringen und zeichnete in diese die verschiedenen politischen Gebiete ein und kolorierte sie {vorhanden in Stabi München, 2° Mapp. 8, III, 90}.

1753 ehrte ihn der Nordhäuser Advokat Johann Christoph SIEKEL (err.1695-1753) in einem Gedicht {Siekel S. 56f.}:

"... Herr Pastor Leßer ließ sich keine Müh verdriessen, und wandte manche Nacht an die Correspondentz, damit auch grosse Herrn davon was möchten wissen. Die Kirch erhielt Geschenk und Er dadurch Clemenz, Er war zu dieser Zeit zu Reisen unverdrossen, und grosse Fürsten bath er um Mildthätigkeit, daß auf dies Gottes-Haus viel reiche Gaben flossen..."

Am 17. September 1754 starb Friedrich Christian LESSER in Nordhausen und wurde am 22. an der rechten Seite des Altars in der Jacobikirche beigesetzt, wobei seine Grabstätte eine mit einer Inschrift versehene Grabplatte erhielt {Lesser 1755, S. 28}. Die Trauerpredigt hielt sein Beichtvater Christian Friedrich WIDEHOLD (1711-1776), Diakon an Petri, wobei er nach den genauen Vorgaben des Toten über die Worte des Paulus aus dem 2. Brief an Timotheus, I 15-16, predigte {Pezolt S. 280}.

Durch den Bombenangriff im April 1945 wurde die Jacobikirche zerstört. Bedingt durch die geänderte Straßenführung in der Altstadt Nordhausens liegt der Altar und damit auch seine Grabstätte heute unter den Straßenbahnschienen in der Rautenstraße. Beim Abriß der Rui-ne wurde wahrscheinlich sein Grab geöffnet {Rausch}, ohne daß es zu einer Sicherung bzw. wissenschaftlichen Untersuchung gekommen wäre. Bei der vorgesehenen Umgestaltung der Rautenstraße sollten die dort noch vorhandenen Gräber umgebettet werden und die Funde dieses Mal wissenschaftlich ausgewertet werden.

Seine Schwestern verfaßten zu seinem Tod jede ein Trauergedicht, aber auch seine Tochter und seine Witwe verehrten ihn auf diese Weise {Trauergedicht}.

Von seinem Tod berichtete sein Sohn Johann Philipp Friedrich am 21. Oktober 1754 dem Fürsten v. SCHWARZBURG (Johann Friedrich v. SCHWARZBURG-RUDOLSTADT (1721-1767) oder
Fürst Heinrich XXXV. v. SCHWARZBURG-SONDERSHAUSEN (1689-1758) = Fürst Heinrich I. Dieser lebte mit seiner Familie im Streit und war oft auswärts. Dieser Junggeselle hatte testamentarisch sein Vermögen Prinz Ernst Friedrich v. SACHSEN-COBURG-SAALFELD vermacht. Fürst Heinrich ist aber auch dadurch aufgefallen, daß er Stellen und Aufträge nur gegen Bares vergab. Sein Nachfolger war Christian Günther aus Ebeleben (err. 1736-....):

"Durchlauchtigster Fürst, Gnädigster Fürst und Herr!

Ew.Hochfürstl.Durchl. muß in Unterthänigkeit berichten, daß es dem unerforschl. Rath Gottes gefallen, meinen geliebten Vater, Friedrich Christian Lesser, weiland Prediger an der Jakobs Gemeinde in Nordhausen, am vergangenen 17ten Sept. abends um 8 Uhr, nach vorhergegangenem 3maligen Blutsturtz, aus dieser Zeitlichkeit hinweg zunemen, und in die ewige Freude zu versetzen. Die besondere Gnade, welche Ew. Hochfürstl. Durchl. dem sel. Mann spühren lassen, und die zärtlige Ehrfurcht, welche er bis in seine Grufft gegen Dero geheiligte Person empfunden, hätten freylich erfordert diesen Todesfal so gleich in Demuth zu melden. Aber ein neuer Schlag, der mich in das besondere getroffen, hat es verhindert. Meine Ehegattin mußte unglückl. weise eine Zuschauerin, bey dem 2ten Blutsturtz abgeben. HierÜber entsezte sie sich dergestalt daß sie sich so gleich legte, und den 10ten Tag nach dem Absterben meines sel. Vaters, ihn in die Ewigkeit folgete."

Für Friedrich Christian gibt es keine gedruckte Leichenpredigt. Dies ist ungewöhnlich für einen Mann, der selber Leichenpredigten gesammelt hatte, um sie als Quelle für seine Veröffentlichungen zu verwenden. Er hatte seinem Sohn befohlen, eine Lebensbeschreibung von ihm herauszubringen, dabei aber strikt bei der Wahrheit zu bleiben {Lesser 1755, S. 5f.}. Da sein Sohn Johann Philipp Friedrich Pfarrer an der Nordhäuser Blasii-Kirche war, hätte sich eine gedruckte Leichenpredigt angeboten. Ludwig Christian PEZOLT, Arzt in Nordhausen und wie LESSER Mitglied der Leopoldina sowie der deutschen Gesellschaft zu Göttingen, veröffentlichte 1757 eine Gedenkschrift für ihn, die aber bis auf die letzten Tage nicht mehr Informationen bringt, als die Schrift seines Sohnes von 1755 {Pezolt}.

In der Jacobikirche wurde gegenüber seinem Grab ein Bild von ihm aufgehängt, das folgenden Text aufwies (Lesser 1755, S. 28, das Bild zeigt das Wappen mit der Palme, die tatsäch-liche Bildunterschrift weicht leicht davon ab, siehe Foto):

"Dieses Bild zeiget die Gestalt des HochEhrwürdigen und Hochgelahrten Herrn, Friedrich Christian Lesser, des evangelischen Predigtamts in dieser Kayserlichen Freyen Reichs-Stadt Nordhausen Hochansehnlichen Aeltesten, der S.Jacobi und Martini-Kirchen treufleußigen Pastoris, der Kayserl. Academie der Naturforscher und der Königl. Preußischen Gesellschaft der Wissenschaften beliebten Mitglides, auch Ehren Mitglied der Königl. teutschen Göttingischen und Bremischen Gesellschaften. Er ist den 12. may 1692 alhier gebohren worden. Hat Gott in seiner Kirche in die 38 Jahr, den Gelehrten in seinen Schriften und dieser Gemeinde durch seine Sorgfalt für die Erbauung dieser Kirche gedienet, Nach ausgestandenen mannigfaltigen Leiden hat ihn seyn Heiland dem er glaubig angehangen den 17. September 1754. in seine Ruhe eingeführet. Zu seinem Gedächtnis haben die gebeugte Witwe Christiana Elisabeth, gebohrne Riemannin, und hinterbliebene drey betrübte Kinder dieses hieher setzen lassen"

Dieses Gemälde ist wahrscheinlich beim Bombenangriff 1945 zerstört worden. Ein weiteres Ölbild von ihm hing im Betsaal des Waisenhauses, von dem wohl die 1954 vom Meyenburgmuseum erworbene Kopie eines Lesser-Bildes stammt {abgedruckt bei Müller, 1954, S. 199}.

"Gerade dieses Bildnis unterstreicht die in Lessers Persönlichkeit so typische Verbindung von intellektueller Vielseitigkeit mit praktischem Realismus, wie sie jüdische Blutbeimischung zu zeitigen pflegt. ... es lassen sich aber mehrfach Schlüsse aus der Geschichte der Familie Lesser in Nordhausen, u.a. aus dem Leben und dem Bildnis einer Urenkelin ... ziehen."

MÜLLER bezieht sich wohl auf die gebogene Nase. Bei der Urenkelin Emma ZACHARIAS geb. LESSER (1823-1872) kann man wohl kaum aus der jüdischen Herkunft ihres zweiten Mannes Johann Paul Markus ZACHARIAS auf eigene jüdische Vorfahren schließen {KB Ndhs. Petri, Nic.}. Beide Argumente sind noch Reste nationalsozialistischen Gedankengutes. Emmas Grabmal am Geiersberg schmückte ein Denkmal der Charitas {abgebildet bei Magistrat Bd. 2, S. 576}, das erst im Garten der Kinderklinik in der Riemannstraße stand. In der ersten Ausgabe dieses Buches 1992 hat der Autor für einen würdigeren Platz für dieses Denkmal plädiert. Durch Hilfe des Nordhäuser Lionsclubs als auch der Lesser-Stiftung konnte es im Winter 2002/2003 restauriert und in den Patientengarten des Kreiskrankenhauses einen von einem größeren Kreis begangenen Platz bekommen. Emma hatte die Gesundheitskaffee-Produktion der Fa. KRAUSE & Co. von ihrem ersten Mann geerbt und aus diesem Vermögen eine Stiftung errichtet, die nach dem 1. Weltkrieg noch einen Wert von 35.000 Mark hatte {Müller 1956, S. 16}.

Friedrich Christian hat nach 62 Lebensjahren eine umfangreiche literarische Arbeit hinterlassen, die aus mehr als 80 Büchern und über 30 wissenschaftlichen Artikeln bestand. Seine Korrespondenz mit 379 Briefpartnern in ganz Europa {Namensliste leider ohne Vornamen bei Lesser, 1755, S. 17ff.} ist bis auf die Briefe an LINNE´ unausgewertet {Schröter} und bietet noch Raum für weitere Veröffentlichungen.

Erst ein halbes Jahr nach seinem Tod wurde am 6. Februar 1755 sein Nachfolger Johann Heinrich Christian HÜPEDEN (23.7.1726 Rottleben-28.11.1799 Nordhausen) gewählt und am 9. März 1755 als Pfarrer an Jacobi in sein Amt eingeführt, HÜPEDEN hielt am Nachmittag seine Antrittspredigt {Lesser/Förstemann S. 98}. Zu diesem Anlaß sind einige Gedichte verfaßt worden {Gedichte}. Am 11. August 1756 heiratete HÜPEDEN die Witwe (1722-22.3.1759) des Gildemeisters der Seidenkrämergilde und Obervorsteher der St.Jacobi-Gemeinde Johann Christoph ERICH (1716-1755) {KB Ndhs./Jac.}.

Über das Schicksal der so mühsam von Friedrich Christian gesammelten Materialien und Bücher berichtete sein Sohn Johann Philipp Friedrich in einem Brief vom 18. März 1760 an den Historiker (Lebrecht Wilhelm Heinrich?) HEYDENREICH:

"Was die Sammlung der Buchdrucker Zeichen anlanget, die mein seel. Vater hinterlassen hat; so habe die Ehre zu melden, daß ich zwei mäßige Quart Bände gefunden habe, in deren einem ohngefehr r. 130 buchdruckern in dem 2ten aber von etwa 140 Buchhändlern Zeichen gesamlet sind ... (Diese waren Grundlage seines Buch "Typographia jubilans").

Was die Geschichte von der Grafschaft Hohnstein anlanget; so wil ich dieselbe Ew. Wohlgeb. auf Treue und Glauben gantz willig communiciren, nur wünsche ich eine sichere Gelegenheit. Mit der Post traue ich nicht, theils weil dieselbe so weit umgehet, theils weil die Posten von den Officieren visitirt werden. Da denn gar leicht entweder aus Unwißenheit oder aus Politick könte darum gebracht werden... [Dieses Manuskript befindet sich im Hauptstaatsarchiv Weimar und wurde 1996 in der Schriftenreihe der Friedrich-Christian-Lesser-Stiftung veröffentlicht].

... Das Cabinet meines seel. Vaters ist zu Ende des vorigen Jahres verkauft worden. Es hat es ein Privatus aus dem holsteinischen zu seinem Vergnügen erkauft. Zu Anfang dieses Jahres ist es von hier weggebracht worden. Die Bücher aber und Kupferstiche sind zurückgeblieben; über deren Schicksahl, ob sie vertheilt oder verkauft werden sollen, wir uns erstlich bey einer Familienzusammenkunft entschließen werden. Wenn so wohl die Zeitläufte, als auch andere Umstände den Weg der Auction erlaubt hätten, so glaube ich, daß wir es wo nicht über, doch gewiß auf den geforderten Preis gebracht hätten. Es war eine solche Menge von Sachen, daß nur die Fracht von hier bis Göttingen 26 rthl getragen hat. Es hat mich aber allezeit geschmertzt, wenn ich bedachte, daß die viele Arbeit da mein seel. Vater fast auf iedes Stück einen Zedel oder ei-ne Zierath in deren leerem Raume der Name des Stückes geschrieben war, gekleibet hatte, solte verlohren gehen. Daher es mir eine Freude war, da ich es an einen Liebhaber bringen konnte."

Prof. BRANDT vom Zoologische Institut Kiel antwortete am 30. März 1892 dem Nordhäuser Stadtarchivar Hermann HEINECK, daß in der Sammlung der Kieler Universität nichts von einer LESSER'schen Sammlung bekannt sei {Brief Brandt}. Ein Verkauf des größeren Teils nach Bremen, wie KELLNER schreibt, konnte von ihm nicht belegt werden {Kellner S. 48}. Das Schicksal der zu LESSER's Lebzeiten gerühmten Sammlung wird wohl nicht mehr aufzuklären sein.

Der Umfang seiner Bibliothek ist nicht bekannt. Lediglich 1749 läßt er sich als einer der Subskribenten des Buches „Tomo primo Bibliothecae conradinae“ des Franziskus Dominikus HÄBERLEIN nachweisen. Es sind 60 Subskribenten, wobei lediglich in Frankfurt/Main, Hildesheim und Leipzig jeweils zwei Subskribenten aufgeführt sind {N.N. 1749, S. 726ff.}.

Ein Psalter von Michael FURTER (....-1517), 1503 in Basel gedruckt, aus Friedrich Christians Besitz läßt sich im Bestand der Württembergischen Landesbibliothek nachweisen {N.N. Psalter}. Sie hat einen Bestand von mehr als 14.000 Bibeln in knapp vierhundert Sprachen und Dialekten der ganzen Welt. Der Beginn dieser Sammlung entstand reicht auf den Bibliotheksgründer Herzog Karl Eugen v. WÜRTTEMBERG zurück. Auf einer Reise nach Kopenhagen 1784 erwarb der vom dem dortigen Pfarrer an der deutschen Friedrichskirche, Josias LORCK, mehr als 5.000 Bibeln und bibelähnliche Werke. Durch den Ankauf der Sammlung des Nürnberger Predigers und Bibliographen Georg Wolfgang PANZER zwei Jahre später erhöhte sich die Zahl der Bibeln um ein Drittel.

Es handelt sich um einen lateinischen Psalter, dem in einer äußeren Spalte im Kleindruck eine anonyme oberdeutsche Übersetzung des Spätmittelalters beigegeben ist. Diese Übersetzung entspricht in etwas den 14 vorlutherischen frühneuhochdeutschen Bibeln. Das besagte erste Exemplar von Friedrich Christian, die Bibliothek hat ein weiteres Exemplar aus dem Bestand von Sammlung des Kunstsammlers Diethelm LÜTZE, ist bis zum Psalter 43 handschriftlich, meist lateinisch, annotiert, in einer humanistischen Bastarda der Zeit. Der Schreiber muss nicht identisch sein mit dem Witzbold, der auf dem Titelblatt rechts notiert hat: "doch mein [Zeichnung = "Herz"] das leydet Schmertz". Der Besitzeintrag von Lesser lauet: Me sibi comparavit Fridr | Christian. Lesser. Nordh. Past. | Mar. in monte et orphanotr | Administr. {Email von Dr. Zwinck}.

An Friedrich Christian erinnert in Nordhausen noch heute die Lesser-Stiege westlich der Frauenberg-Kirche. Diese Treppe hat aber ihren Namen erst 1991 im Zuge der Umbenennung nach der Wende bekommen. Die alte Lesser-Stiege befand sich nördlich der Jacobikirche und zwar an der Stelle der heutigen Rautenstraße, die durch die bombenbedingte Umgestaltung der Nordhäuser Innenstadt an diese Stelle verlegt wurde.

Der 1. Sekretär der Betriebsorganisation der VEB Nobas in Nordhausen schrieb am 17. Juli 1961 an Bürgermeister GIESNER (....-....), daß es unter den Produktionsarbeiter der NOBAS aber auch der VEB Nordholz Kreisbaubetrieb etc. heftige Kritik geben würde, weil der Durchgang von der Lesser-Stiege zur Halleschen Straße im Bereich der Kirchenruine (=Frauenberg) unbeleuchtet sei und nicht gestreut würde. Obwohl es sich um keinen! öffentlich Weg handelt, sollte er beleuchtet und gestreut werden. Handschriftlich ist über Lesser-Stiege Frauenberg-Stiege vermerkt, d.h. auch damals bestanden schon Probleme, welches nun die Lesser-Stiege war {Brief Brückner}..

In der Frauenberg-Kirche wurde in den achtziger Jahren der nördliche Seitenraum neben der Apsis mit seinem Namen bezeichnet. In diesem Raum wird auch die zu seinem 200-jährigen Geburtstag angefertigte Tafel aufbewahrt, die bis 1945 über dem Eingang des Pfarrhauses von Jacobi hing {Foto des Pfarrhauses mit der Platte bei Magistrat, Bd. 1, S. 401}.

Quellen

Ungedruckte Quellen:
Brief Brückner, 1. Sekretär der Betriebsorganisation VEB NOBAS Nordhausen an Bürgermeister Giesner vom 17.7.1961, Zeichen Br./O., ...,
Chronik Grafschaft Honstein, die Friedrich Christian Lesser zugeschrieben wird, 275 Blätter, Haupt-staatsarchiv Weimar, F 19,
Eigenhändiger Lebenslauf von F.C. LESSER zu seiner Aufnahme am 8.12.1735 unter dem Namen "Aristomachus" in die Deutsche Akademie der Naturforscher Leopoldina in Halle, Matrikel Nr. 452,
Email vom 26.3.2004 von Dr. Eberhard Zwink, Abt. Alte und Wertvolle Drucke, Fachreferat Theologie, Philosophie, Grenzwissenschaften, Bibelsammlung der Württembergischen Landesbibliothek, Stutt-gart,
Gedichte zur Einführung von Pfarrer HÜPEDEN, Stadtarchiv Nordhausen, II Za 12,
Gerichte der freien Stadt Nordhausen, Rep. Dg (Grundbuch), AI1 Vol.1, Staatsarchive Magdeburg, Außenstelle Wernigerode,
Brief von BRANDT vom 30.3.1892 an HEINECK, Stadtarchiv Nordhausen, R Lb 16-17,
Brief von Friedrich Christian Lesser an Herzog Karl I. von Braunschweig, Stadtarchiv Nordhausen, R Lb 16-17,
Briefe von Friedrich Christian Lesser an seinen Sohn Johann Philipp Friedrich, Stadtarchiv Nordhau-sen, R Lb 15,
Brief von Johann Philipp Friedrich LESSER vom 18.3.1760 an HEYDENREICH, Hauptstaatsarchiv Weimar, F. Nr. 16, Bl. 152ff.,
Kirchrechnung Frauenberg 1754, Stadtarchiv Nordhausen R C2,
Rechnung über Einnahme und Ausgabe deren Frucht- und Geldzinsen wegen des Closters B. Mar. Virginis in Monte zu Nordhausen von Laetare 1714 biß Laetare 1715, Stadtarchiv Nordhausen R La 13,
RAUSCH, Friedrich: Bericht über die Öffnung der Gräber am Altar der zerstörten Jacobi-Kirche, Stadtarchiv Nordhausen S 8,
Türkensteuerregister 1688, Stadtarchiv Nordhausen, R Ag 10,
Leichenpredigten und Trauergedichte:
Trauergedichte zum Tod von Friedrich Christian LESSER, Stadtarchiv Nordhausen II Za 12 Nr. 103-106,
Trauergedichte zum Tod von Maria Eleonora Stangin geb. Riemann, Stadtarchiv Nordhausen II Za 13,

Gedruckte Quellen:
BARTH, Karl: (Barth müßte als Unterzeichner der Elberfelder Erklärung 1933 im Kirchenkampf mit dem Elberfelder Pfarrer Gotthold Lesser Kontakt gehabt haben),
BOHNE, Ericus Christopherus: Nordhäusische Chronica, Zeit- und Geschicht-Buch, beschreibend der Kayserl. und des Heil. Röm. Reichs Freyen-Stadt Nordhausen Situation, ..., Frankfurt/Leipzig 1701,
BOOR, Friedrich de: Der Nordhäuser Gesangbuchstreit 1735-1738: Orthodoxie, Pietismus und Früh-aufklärung im Kampf um das rechte Gesangbuch. In: Andreas/DEPPERMANN, Klaus (Hrsg.): Pie-tismus und Neuzeit, ein Jahrbuch zur Geschichte des neueren Protestantismus, Bielefeld 1974,
GOETTEN, Gabriel Wilhelm: Das jetztlebende gelehrte Europa ..., Braunschweig 1736, Teil 2, S. 546ff.,
FÖRSTEMANN, Ernst Günther: Mitteilung zu einer Geschichte der Schulen in Nordhausen, Nordhau-sen 1824
FÖRSTEMANN, Ernst Günther: Friedr. Chrn. Lesser's Historische Nachrichten von der ehemals kai-serlichen und des heil. röm. Reichs freien Stadt Nordhausen, gedruckt da selbst im Jahre 1740, um-gearbeitet und fortgesetzt, Nordhausen 1860,
HEINECK, Hermann: Friedr. Christian Lesser, der Chronist von Nordhausen - Festschrift im Auftrag des Nordhäuser Altertums- und Geschichts-Vereins, Nordhausen 1892,
HEINECK, Hermann: Magister Johann Heinrich Kindervater ein Kulturbild aus der Übergangszeit vom 17. zum 18. Jahrhundert nach zeitgenössischen Quellen. In: Der Roland in Nordhausen, 1927,
HOFFMANN, Friedrich: Medizinische Konsultationen, 4. Dekade, Fall V, Halle 1730,
KAISER, Wolfram: Nordhäuser Mitglieder der Akademie der Naturforscher im 18. Jahrhundert. In: Bei-träge zur Heimatkunde aus Stadt und Kreis Nordhausen 1979, S. 21ff.,
KAISER, Wolfram: Nordhausen und Ilfeld im Schriftum und der Korrespondenz der Ärzte Franz Ernst Brückmann (1697-1753) und Christopf Jacob Trew (1695-1769). In: Beiträge zur Heimatkunde aus Stadt und Kreis Nordhausen 1980, S. 13ff.,
KAISER, Wolfram: Das Publikationsspektrum des Nordhäuser Polyhistors Friedrich Christian Lesser (1692-1754). In: Beiträge zur Heimatkunde aus Stadt und Kreis Nordhausen 1991, S. 83ff.,
KELLNER, Karl: Die floristische Erforschung der Harzlandschaft um Nordhausen. In: Beiträge zur Heimatkunde aus Stadt und Kreis Nordhausen 1979, S. 45-61,
KINDERVATER, Johann Heinrich: Nordhusa illustris oder Historische Beschreibung Gelehrter Leute, welche in der Kayserl. Freyen Rechts-Stadt Nordhausen gebohren ..., Wolffenbüttel 1715,
KIRCHOFF, A.: Ein Verlags Contract vom Jahre 1737. In: Historische Kommission des Börsenvereins der Deutschen Buchhändler (Hrsg.): Archiv für Geschichte des Deutschen Buchhandels, Leipzig 1878, S. 195-197,
KOCH, Ernst: Die Stiftung Caspar Thryller vom 29. September 1617 und der Stammbaum der Tryller. In: Schriften des Vereins für Meiningische Geschichte und Landeskunde, 7. Heft, Meiningen 1889, S. 1ff.,
KUHLBRODT, Peter: Gottlieb Christoph Schmaling (1729- 1800) Theologe, Poet und Geschichts-schreiber. In: Beiträge zur Heimatkunde aus Stadt und Kreis Nordhausen, Nordhausen 1987, S. 20ff.,
KUHLBRODT, Peter: Friedrich Christian Lesser als Administrator des Nordhäuser Waisenhauses. In: Beiträge zur Heimatkunde aus Stadt und Kreis Nordhausen, Nordhausen 1992, S. 93ff.,
LAUERWALD, Paul: Die Anfänge des Postwesens in Nordhausen. In: Beiträge zur Heimatkunde aus Stadt und Kreis Nordhausen, Nordhausen 1993, S. 56,
LESSER, Friedrich Christian: Von wilden Birnen, welche oben auf der Kuppe geblühet haben. In: Hamburger Berichte von neuen gelehrten Sachen, Hamburg 1735, S. 52,
LESSER, Friedrich Christian: Sendschreiben an Se.Hoch Ehrw. Herrn M. Christian Wilhelm Volland ... richtige Übereinstimmung des neuen Nordhäusischen Gesangbuchs mit den Schrifften der gröbsten Mysticorum und Fanaticorum, ... , Nordhausen 1737,
LESSER, Friedrich Christian: Typographia iubilans das ist kurtzgefaßte Historie der Buchdruckerey worinnen von dieser edlen Kunst Ursprung und Anfange, Ausbreitung, Verbesserung, Zierarthen, Nutzen, wie nicht weniger von den Buchdrucker Eigenschaften und Pflichten, und dann von anderer Verhalten gegen dieselben und deren Kunst=Verwandten kürtzlich gehandelt wird; Bey dem dritten Jubel=Feste derselben, welches dieses Jahr auf Johannis Tag gefeyert wird entworfen, Leipzig 1740,
LESSER, Friedrich Christian: Geheime Nachricht von dem merckwürdigen Leben sel. Johann Gohrs, eines zur lutherischen Religion bekehrten Geistlichen. In: Hamburgische vermischte Bibliothek, Bd. 1, 4. Stück, S. 602-611, Hamburg 1743,
LESSER, Friedrich Christian: Historische Nachricht von der alte Kirchen St.Jacobi der Kayserlichen-Freyen Reichsstadt Nordhausen, als dieselbe Anno 1744 wegen ihres Alterthums und besorglichen Umsturtzes umgerissen, und nachhero neu erbauet werden solte, nebst beygefügter Auszugs-Predigt, so aus den Worten des 102ten Psalms v. 15.16. 17.18 den 11ten Sonntag nach Trinitatis war der 31 May gehalten worden, Nordhausen 1744,
LESSER, Friedrich Christian: Das Jauchzens Nordhausens über die glückliche Kayser-Wahl und Crö-nung ... Francisci des Ersten ..., Nordhausen 1745,
LESSER, Friedrich Christian: Friedrich Christian Lessers eigene Nachricht von seinen großen und kleinen Schriften, Nordhausen 1746,
LESSER, Friedrich Christian: Fortsetzung der historischen Nachricht von der alten Kirchen S. Jacobi ..., Nordhausen 1748,
LESSER, Friedrich Christian: Historische Nachricht von der feierlichen Einweihung der von Grund auf neu gebauten Kirche St.Jacobi in der Kayserl.Freyen Reichsstadt Nordhausen wie solche Anno 1749. den 13 Octobr ... vor sich gegangen ..., Nordhausen (1749?),
LESSER, Friedrich Christian: (Schreiben von der eigentlichen Gesichtsbildung des seel. Lutheri. In: Gesammelter Briefwechsel der Gelehrten, die zum Wachsthum der Wissenschaft ... zusammenge-treten, Hamburg 1751, Bd. 2, 15. Stück, S. 234-240,
LESSER, Friedrich Christian: Das Leben des allerersten Lutherischen Pastors in Nordhausen, beson-ders an der Kirche zu Sanct Petri, Laurentii Süßens, Nordhausen 1749,
LESSER, Johann Georg: De militum valetudine tuenda in castris, Halle 1735 (vorhanden Bibliothek des Gleim-Hauses in Halberstadt),
LESSER, Johann Philip Friedrich: Nachricht von dem Leben und Schrifften Herrn Friedrich Christian Lesser, weiland des evangelischen Predigt Amts in der Kayserl. Fr. Reichsstadt Nordhausen Ael-testen, der S.Jacobi- und Martins-Kirchen Pastoris, auch der Kayserlichen Academie der Natur-Forscher, wie auch der Königl. Preußischen Gesellschaft der Wissenschaften Mitgliedes, auch Eh-ren Mitgliedes der Deutschen Gesellschaften zu Göttingen und Bremen, Nordhausen 1755,
LESSER, Wolf Heinrich: Erneuerte genealogische Nachricht von dem Lesser'schen Geschlecht, Plön 1755,
LEOPOLD, Just Ludwig Günther: Kirchen-, Pfarr- und Schul-Chronik der Gemeinschafts-Aemter He-ringen und Kelbra; der Graffschaft Hohnstein; der Stadt Nordhausen, und der Graffschaften Stol-berg-Rosla und Stolberg-Stolberg seit der Reformation, Nordhausen 1817,
Magistrat der Stadt Nordhausen (Hrsg.): Das tausendjährige Nordhausen, in zwei Bänden, Nordhau-sen 1927,
MEYER, Karl: IN: Aus der Heimath, Sonntagsblatt des Nordhäuser Courier, Nordhausen, Nr. 18 vom 1.5.1892,
MÜLLER, R. H. Walther: Zum Gedächtnis von Friedrich Christian Lesser. In: Der Nordhäuser Roland, 1954, S. 199f.,
MÜLLER, R. H. Walther: Geschichten um ein Grabmal. In: Der Nordhäuser Roland, 1956, S. 14ff.,
N.N.: (Katalog des 1. Teils der Konradinischen Bibliothek) IN: Hamburger Berichte von gelehrten Sa-chen, Nr. 91 vom 21.11.1749, S. 726-728, Hamburg 1749,
N.N.: Psalterium cum apparatu vulgari firmiter appresso = Lateinisch Psalter mit dem teutschen nutz-barlichen dabey getruckt. - [S.l.] : Michel Furter, 1503. - [8], CXXX [i.e. 128] Bl. : Ill. (Titelholzschn.); (lat., dt.), Text lat. u. dt. - Vorlageform des Erscheinungsvermerks: Basilee impressum per Michae-lem Furter: Anno domini. Mccccciij. ... Getruckt zu Basel durch Michel Furter in dem Jar als man zalt. M:ccccc.vnd.iij.iar. (vorhanden Württ.Landesbibliothek, Signatur: Ba lat.150301),
PEZOLT, Ludwig Christian: Memoria viri maxime revendi, amplissim atque doctissimi Domini Frieder. Christiani Lesseri .... In: Nova Acta Physico-Medicae ..., Nürnberg 1757, S. 261ff.,
PHILYMNUS, Palaeologus: Christlich-vernünfftige Gedancken Von dem rechten Geschmack derer geistlichen Lieder: Bey Gelegenheit Des Neuen Nordhäusischen Gesang= Buches, Als eine be-scheidene SchutzSchrifft für die alten Evangelischen Lieder ..., o.O. 1735,
REIN, Siegfried: Friedrich Christian Lesser (1692-1754). Pastor, Physicotheologe und Polyhistor, (Nordhausen) 1993, Band 1 der Schriftenreihe der Friedrich-Christian-Lesser-Stiftung,
REINHOLD, Christian Gottlieb: Glückwunschgedicht zur Amtseinführung als Superintendent 1765, Kreisarchiv Mühlhausen, 16 in: 84/3308,
REINHOLD, Christian Gottlieb: Beiträge zu den Synodalprogrammen, Kreisarchiv Mühlhausen, diver-se,
REINHOLD, Christian Gottlieb: Hochzeitsgedichte 1776, Kreisarchiv Mühlhausen, 164 bis 170 in: 84/3319, 23 und 24 in: 84/3298,
REINHOLD, Christian Gottlieb: Kurtze Nachricht von der gegenwärtigen Einrichtung der Lectionen in dem Gymnasio der Kayserl.Freyen Reichsstadt Mühlhausen, Mühlhausen 1770,
REINHOLD, Christian Gottlieb: Hochzeitsgedichte 1783, KrA Mühlhausen, 32 in:84/3298, 84/3304, 221 bis 226 in: 84/3319,
REINHOLD, Christian Gottlieb: De prudentia scholastica. In: Gymnasialprogramm vom 30.9.1783, Mühlhausen 1783,
REINHOLD, Christian Gottlieb: Grabrede auf ihn, Kreisarchiv Mühlhausen, 10 in: 84/3303,
RIEDEL, Johann Martin und RITTER, Albert: Annulum nuptialem ..., Ilfeld 1731, vorhanden Stadtar-chiv Nordhausen, II B 954,
RIEMENSCHNEIDER, Otto: Johann Heinrich Christian Hüpeden, ein Erinnerungsblatt anläßlich der 200. Wiederkehr seines Geburtstages, Nordhausen 1926,
ROTERMUND, Heinrich Wilhelm: Fortsetzung und Ergänzungen zu Christian Gottlieb Jöchers allge-meinen Gelehrten-Lexikon, Hildesheim 1961,
SAIME, Thomas P.: Von der Kopernikanischen bis zur französischen Revolution, 1987,
SCHMIDT, Julius: Stadt Nordhausen, = Band 11 der Beschreibende Darstellung der älteren Bau- und Kunstdenkmäler der Provinz Sachsen und angrenzender Gebiete, Halle 1887,
SCHROETER, Werner: Die Briefe Friedrich Christian Lessers an Carl von Linne. In: Beiträge zur Hei-matkunde aus Stadt und Kreis Nordhausen, Jhrg. 11/1986, S. 77ff. und Jhrg. 12/1987, S. 16ff.,
SIECKEL, Johann Christoph: Die nach zweyen unglückl. Feuers-Bränden sich wieder erhohlte Kay-serl. fr. Reichstadt Nordhausen ..., Leipzig/Nordhausen 1753,
SILBERBORTH, Hans: Geschichte des Nordhäuser Gymnasiums, Nordhausen (1933),
SILBERBORTH, Hans: Preußen und Hannover im Kampfe um die Freie Reichstadt Nordhausen (1697-1715), Nordhausen (1937),
TEBEL, Johann Christoph/LESSER, Friedrich Christian: Schriftmäßiges Gesangbuch zu nützlichem Gebrauch Heyl-begieriger Seelen, absonderlich bey den öffentlichen Kirchenversammlungen in der Kayserl. Fr. Reichs-Stadt Nordhausen, Nordhausen 1735,
TEBEL, Johann Christoph/LESSER, Friedrich Christian: Wohlgemeyne Zuschrift an die Evangelische Bürgerschaft In der Kayserl. Freyen Reichs-Stadt Nordhausen und wem sonst daran gelegen, Wo-rinnen das zur Ungebühr in ein böses Geschrey gebrachte Neue Nordhäusische Gesang-Buch von der falschen Beschuldigung gerettet ..., Nordhausen 1736,
TEBEL, Johann Christoph/LESSER, Friedrich Christian: Vorläuffige Nachricht, daß der Studiosus Theologiae Herr Johann Andreas Schiede, Mulhus, in seiner sogenannten richtigen Übereinstim-mung des Neuen Nordhäusischen Gesangbuches ..., Nordhausen 1737,
VOGEL, Johann Jacob: Leipzigisches Chronicon, Das ist: Gründ- und Ausführliche Beschreibung Der Churfürstl. Sächs. Welt-bekandten Handels-Stadt Leipzig, (Leipzig) (1756).

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