Glockenstuhl der Frauenbergkirche

Der alte Glockenstuhl der Frauenbergkirche befand sich früher in dem großen Dachreiter auf der Kreuzung von Chor-, Seiten- und Langhaus. Das darin befindliche Dreiergeläut sank läutend mit dem brennenden Dachstuhl und dem berstenden Gemäuer des Langhauses der Kirche im April 1945 zu Boden. Zwei der Glocken wurden in den Trümmern geborgen. Lange dauerte der Wiederaufbau der Kirche, noch länger der des Glockenstuhls.

Der heute vorhandene Dachreiter aus dem Jahre 1967 ist wesentlich kleiner und dadurch nicht geeignet, das Dreiergeläut der St. Jacobi-Frauenberggemeinde aufzunehmen. Die Friedrich-Christian-Lesser-Stiftung zahlte für den im Juni 1997 erfolgten Bau eines freistehenden Glockenstuhls nördlich des ehemaligen Kirchenschiffes einen Zuschuss von DM 35.000.

Das neue Dreiergeläut setzt sich aus der Melanchthonglocke (aus der zerstörten Marktkirche), einer Glocke der Altendorfer Kirche sowie einer der beiden geborgenen Glocken von Frauenberg zusammen.

Die Melanchthonglocke, die größte des Frauenberger Dreiergeläuts, wurde 1986 aufgrund der bevorstehenden Neubehelmung des Petriturmes zur Frauenbergkirche transportiert. Die Inschrift der Glocke lautet: "Alle Eure Dinge laßt in der Liebe geschehen." Weiterhin sind die Namen der 1927 wirkenden Kirchenvorsteher eingraviert: Superintendent Hammer, Pfarrer Stollberg, Stadtrat Hertzer. Die Glockeninschrift verrät uns, dass sie 1927 bei Schilling in Apolda gegossen wurde.